Ehr­gei­zi­ge und gerech­te Umset­zung der EU-Luft­qua­li­täts­richt­li­nie in Deutsch­land

Rauchende Kühltürme eines Kraftwerks bei Sonnenuntergang, Silhouetten von Bäumen im Vordergrund.

© Uns­plash / Paul Pas­tourmat­zis

Ehr­gei­zi­ge und gerech­te Umset­zung der EU-Luft­qua­li­täts­richt­li­nie in Deutsch­land

Die am stärks­ten belas­te­ten Regio­nen in Deutsch­land unter­stüt­zen, die neu­en Schad­stoff­grenz­wer­te umzu­set­zen — ohne zeit­li­che Aus­nah­me­re­ge­lun­gen

Das Pro­jekt „Ehr­gei­zi­ge und gerech­te Umset­zung der EU-Luft­qua­li­täts­richt­li­nie in Deutsch­land“ baut auf dem vor­an­ge­gan­ge­nen Clean Air Fund-Pro­jekt auf, das sich eben­falls mit der novel­lier­ten EU-Luft­qua­li­täts­richt­li­nie befass­te und die Rol­le der Bun­des­re­gie­rung bei deren Über­ar­bei­tung ana­ly­sier­te.

Im aktu­el­len Pro­jekt geht es dar­um, die am stärks­ten belas­te­ten Regio­nen Deutsch­lands dabei zu unter­stüt­zen, die neu­en Schad­stoff­grenz­wer­te ohne zeit­li­che Aus­nah­me­re­ge­lun­gen umzu­set­zen. Dabei wer­den poli­tisch umsetz­ba­re, kos­ten­ef­fi­zi­en­te und sozi­al gerech­te Wege zur Ein­hal­tung der Grenz­wer­te iden­ti­fi­ziert – mit Fokus auf Fein­staub (PM) und Stick­stoff­di­oxid (NO₂) sowie auf zen­tra­le Emis­si­ons­quel­len wie Ver­kehr und Gebäu­de­be­hei­zung. Die Erkennt­nis­se mün­den in poli­ti­sche Emp­feh­lun­gen für regio­na­le Luft­qua­li­täts­plä­ne und bun­des­po­li­ti­sche Wei­chen­stel­lun­gen.

Wäh­rend sich eini­ge Umwelt- und Gesund­heits­or­ga­ni­sa­tio­nen für ambi­tio­nier­te Grenz­wer­te ein­ge­setzt haben, blie­ben die meis­ten natio­na­len Gesundheitspolitiker*innen und Orga­ni­sa­tio­nen des Gesund­heits­we­sens bis­lang nur am Ran­de invol­viert.

Nun, da natio­na­le und regio­na­le Maß­nah­men zur Umset­zung not­wen­dig wer­den, steigt der poli­ti­sche Hand­lungs­druck – ins­be­son­de­re in indus­tri­ell gepräg­ten und struk­tur­schwa­chen Regio­nen.

Die Bedarfs­ana­ly­se und Ermitt­lung erfor­der­li­cher Maß­nah­men in den am stärks­ten betrof­fe­nen Regio­nen Deutsch­lands soll dazu bei­tra­gen, prä­gnan­te poli­ti­sche Emp­feh­lun­gen zu ent­wi­ckeln, wie die neu­en Grenz­wer­te so schnell wie mög­lich auf sozi­al gerech­te und poli­tisch durch­setz­ba­re Wei­se erreicht wer­den kön­nen.

Die­ses Pro­jekt kon­zen­triert sich auf das Ruhr­ge­biet in Nord­rhein-West­fa­len und den Stadt­staat Ber­lin, wo hohe Luft­ver­schmut­zung mit gesund­heit­li­chen und sozio­öko­no­mi­schen Her­aus­for­de­run­gen ein­her­geht. Gleich­zei­tig ist in die­sen Gebie­ten mit Ver­zö­ge­run­gen und Aus­nah­men bei der Umset­zung der Richt­li­nie zu rech­nen – etwa ange­sichts kom­mu­na­ler Haus­halts­eng­päs­se sowie der Sor­ge über die Schwä­chung der Indus­trien.

Pro­jekt­zie­le

Das über­ge­ord­ne­te Ziel die­ses Pro­jekts ist es, dass Deutsch­land bis Ende 2026 auf dem rich­ti­gen Weg ist, die Luft­qua­li­täts­richt­li­nie in natio­na­les Recht umzu­set­zen, mit beson­de­rem Fokus auf die am stärks­ten betrof­fe­nen Regio­nen des Lan­des. Dabei soll das Risi­ko von Aus­nah­me­re­ge­lun­gen und Ver­zö­ge­run­gen ver­rin­gert wer­den, indem das Bewusst­sein für die Not­wen­dig­keit der Umset­zung geschärft wird. Damit steht das Pro­jekt im Ein­klang mit der EU-Port­fo­lio­stra­te­gie zur Unter­stüt­zung einer ambi­tio­nier­ten und gerech­ten Umset­zung der Luft­qua­li­täts­richt­li­nie in deut­sches Recht.

Ein Schwer­punkt liegt auf der Mobi­li­sie­rung rele­van­ter Stake­hol­der — dar­un­ter Gewerk­schaf­ten, Industrievertreter*innen, Pati­en­ten­grup­pen, Jugend- und Sozia­le Wohl­fahrts­or­ga­ni­sa­tio­nen, Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen, Regie­rungs­ver­tre­tun­gen, For­schen­de und Gesundheitsexpert*innen. Ziel ist es, gemein­sam kon­kre­te Vor­schlä­ge zu erar­bei­ten, die sowohl öko­lo­gi­sche als auch sozia­le und wirt­schaft­li­che Aspek­te berück­sich­ti­gen. Gleich­zei­tig wer­den auch jene Grup­pen ange­spro­chen, die in den poli­ti­schen Dis­kus­sio­nen über die Luft­qua­li­tät in Deutsch­land bis­lang häu­fig unter­re­prä­sen­tiert sind. Am Ende die­ses Pro­jek­tes soll das öffent­li­che und poli­ti­sche Ver­ständ­nis für die posi­ti­ven Aus­wir­kun­gen einer ambi­tio­nier­ten Luft­rein­hal­te­po­li­tik gestärkt sein. Durch einen ver­bes­ser­ten Dia­log und Wis­sens­trans­fer ent­ste­hen trag­fä­hi­ge Alli­an­zen, die über das Pro­jekt hin­aus Bestand haben und als Grund­la­ge für die Umset­zung neu­er Luft­qua­li­täts­plä­ne und ‑maß­nah­men die­nen kön­nen.

Metho­dik

Das Pro­jekt koor­di­niert eine natio­na­le Koali­ti­on von Inter­es­sen­grup­pen und orga­ni­siert sechs Dia­log­ver­an­stal­tun­gen im Ruhr­ge­biet und in Ber­lin.

Kern­ak­ti­vi­tä­ten:

  • Iden­ti­fi­ka­ti­on rele­van­ter Akteur*innen, um Her­aus­for­de­run­gen und Chan­cen für die Umset­zung der Richt­li­nie zu erör­tern und einen geeig­ne­ten Dia­log­an­sat­zes durch bila­te­ra­le Tref­fen zu ent­wi­ckeln.
  • Aus­tausch mit poli­ti­schen Ent­schei­dungs­tra­gen­de auf Bundes‑, Lan­des- und kom­mu­na­ler Ebe­ne, um gezielt Ein­fluss auf eine abge­stimm­te und wirk­sa­me Umset­zung der Richt­li­nie zu neh­men.
  • Durch­füh­rung von Dia­log­ver­an­stal­tun­gen zur Ana­ly­se loka­ler Luft­qua­li­täts­plä­ne, sozia­ler Ungleich­hei­ten und Her­aus­for­de­run­gen bei der Umset­zung der neu­en Grenz­wer­te in den Regio­nen Ruhr­ge­biet und Ber­lin.
  • Erstel­lung eines Poli­cy Briefs auf Basis der Dia­lo­g­er­geb­nis­se mit kon­kre­ten poli­ti­schen Emp­feh­lun­gen zur effek­ti­ven Umset­zung der Luft­qua­li­täts­richt­li­nie und zur Ver­brei­tung der gewon­ne­nen Erkennt­nis­se.

Mit die­sem struk­tu­rier­ten Vor­ge­hen trägt das Pro­jekt dazu bei, dass Deutsch­land sei­ne Luft­qua­li­täts­zie­le erreicht und dabei sozia­le Gerech­tig­keit gewahrt bleibt.

Hand­lungs­feld

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen und Mate­ria­li­en

Hände geben Symbol

Ver­an­stal­tung: Rück­blick auf den vier­ten Stake­hol­der­dia­log des Pro­jek­tes im Febru­ar 2026 im Ruhr­ge­biet

Hände geben Symbol

Ver­an­stal­tung: Rück­blick auf den drit­ten Stake­hol­der­dia­log des Pro­jek­tes im Febru­ar 2026 in Ber­lin

Hände geben Symbol

Ver­an­stal­tung: Rück­blick auf den zwei­ten Stake­hol­der­dia­log des Pro­jek­tes im Novem­ber 2025 im Ruhr­ge­biet

Icon_Partnerinnen (oran­ge)

Ver­an­stal­tung: Rück­blick auf den ers­ten Stake­hol­der­dia­log des Pro­jek­tes im Sep­tem­ber 2025 in Ber­lin

Symbol für Briefdokument

Offe­ner Brief: KLUG, HEAL und CPHP appe­lie­ren gemein­sam an Bund und Län­der, die EU-Luft­qua­li­täts­richt­li­nie ambi­tio­niert umzu­set­zen | Sep­tem­ber 2025

Icon_Interviews (oran­ge)

Inter­view: Sau­be­re Luft: “Aktua­li­sier­te EU-Richt­li­nie wür­de Gesund­heit schüt­zen, Leben ret­ten und wäre für Deutsch­land gut zu meis­tern” — Inter­view mit Doro­thea Baltruks

Icon-56

Poli­cy Brief mit juris­ti­scher Ana­ly­se von Cli­entE­arth: Auf dem Weg zu gesun­der Luft: Wie die aktua­li­sier­te EU-Luft­qua­li­täts­richt­li­nie die Luft­qua­li­tät ver­bes­sern wird | Okto­ber 2024

Symbol für Aufzeichnung

Auf­zeich­nung der Fach­ta­gung „Die Luft wird gesün­der“ | Mai 2024

Icon-56

Poli­cy Brief: Die Luft wird gesün­der. Kern­punk­te der novel­lier­ten EU  Luft­qua­li­täts­richt­li­nie | Mai 2024

Symbol für Artikel

Arti­kel Ergo­the­ra­pie Aus­tria: Gesund­heit in der Ver­schmut­zungs­kri­se

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Web­site: Arbeits­grup­pe Sau­be­re Luft bei KLUG e.V

Icon_Kommentar (oran­ge)

Posi­ti­ons­pa­pier der KLUG AG Sau­be­re Luft: Zusam­men­hang von Kli­ma­kri­se, Luft­ver­schmut­zung und Gesund­heit

Exter­ne Res­sour­cen

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Arti­kel in der taz: Fein­staub in Deutsch­land reißt Grenz­wer­te

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Arti­kel: Cor­rec­tiv: So viel kos­tet die Luft­ver­schmut­zung Deutsch­land | 12. Okto­ber 2023

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Clean Air Fund Blog: Germany’s dome­stic efforts and inter­na­tio­nal ambi­ti­ons for clean air

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Arti­kel Oeko­news: Für bes­se­re Gesund­heit in der EU: Novel­lier­te Luft­qua­li­täts­richt­li­nie end­lich ver­ab­schie­det

Pro­jekt­lauf­zeit

Mai 2025 — April 2027

Kon­takt

Portrait von Marie Jung

Marie Jung

Pro­jekt­ko­or­di­na­ti­on

Geför­dert durch

Logo des Clean Air Fund