Am: 11.02.2026

Ort: Berlin

Für eine ambi­tio­nier­te und frist­ge­rech­te Umset­zung der Luft­qua­li­täts­richt­li­ni­en: Zwei­ter Stake­hol­der­dia­log in Ber­lin

Für eine ambi­tio­nier­te und frist­ge­rech­te Umset­zung der Luft­qua­li­täts­richt­li­ni­en: Zwei­ter Stake­hol­der­dia­log in Ber­lin


Am 11.02. fand der zwei­te Stake­hol­der­dia­log unse­res vom Clean Air Fund geför­der­ten Pro­jek­tes in Ber­lin statt. Auch die­ses Mal kamen ver­schie­de­ne Akteur*innen aus Wis­sen­schaft, Ver­wal­tung, Zivil­ge­sell­schaft und Wirt­schaft zusam­men und dis­ku­tier­ten gemein­sam Her­aus­for­de­run­gen und Hand­lungs­mög­lich­kei­ten bezüg­lich der Umset­zung der neu­en EU-Luft­qua­li­täts­richt­li­nie für das Jahr 2030.

Dr. Myriam Tobollik und Dr. Katrin Süring  stehen vor den Teilnehmer*innen in einem hellen Raum und stellen die Agenda der Veranstaltung vor.

Wie wirkt Luft­ver­schmut­zung auf unse­re Gesund­heit?

Anhand aktu­el­ler Daten stell­ten Dr. Myri­am Tobol­lik und Dr. Kat­rin Süring vom Umwelt­bun­des­amt die gesund­heit­li­chen Aus­wir­kun­gen von Luft­ver­schmut­zung auf unse­re Gesund­heit dar.

Sie klär­ten über die Evi­denz­la­ge zur kurz­fris­ti­gen und lang­fris­ti­gen Wir­kung von PM2,5 und der Ein­hal­tung ver­schie­de­ner Grenz­wer­te auf. For­schungs­lü­cken wur­den z.B. im Bereich der ultra­fei­nen Par­ti­keln fest­ge­stellt oder auch bei der sepa­ra­ten Dar­stel­lung der zugrun­de­lie­gen­den Stof­fe von PM2,5 und deren spe­zi­fi­sche Fol­gen für unse­re Gesund­heit. Die­se Wer­te wer­den mit Umset­zung der neu­en Richt­li­nie erho­ben, sind bis­her jedoch kaum erfasst und auch nicht regle­men­tiert. Einig­keit herrsch­te dar­über, dass es kei­ne ein­zel­ne Maß­nah­me gibt um die PM2,5-Wer­te wei­ter zu sen­ken, son­dern dass ver­schie­de­ne Ansät­ze für die unter­schied­li­chen Quel­len benö­tigt wer­den. Anhand aktu­el­ler Stu­di­en zeig­ten uns die Wis­sen­schaft­le­rin­nen, dass jede Reduk­ti­on von Luft­ver­schmut­zung mess­ba­re posi­ti­ve Aus­wir­kun­gen auf unse­re Gesund­heit haben.

Und wie wir­ken sich loka­le Luft­rein­hal­te­maß­nah­men tat­säch­lich aus?

Die­ser Fra­ge wur­de vom For­schungs­in­sti­tut für Nach­hal­tig­keit (RIFS) am GFZ nach­ge­gan­gen. Dr. Seán Schmitz stell­te uns die Ergeb­nis­se sei­ner For­schung am Bei­spiel der Fla­nier­mei­le Fried­richs­stra­ße vor.

Dr. Seán Schmitz steht vor den Teilnehmer*innen und stellt die Ergebnisse seiner Forschung vor, welche auf Stühlen vor ihm sitzen.

Anhand die­ses Bei­spiels konn­te gezeigt wer­den, dass loka­le Luft­rein­hal­te­maß­nah­men, wie die Ein­rich­tung einer auto­frei­en Zone, wirk­sam sind um die Belas­tung an hot spots der Luft­ver­schmut­zung zu redu­zie­ren. Es konn­te eine Ver­la­ge­rung des Ver­kehrs gezeigt wer­den, ohne ein erhöh­tes Ver­kehrs­auf­kom­men in Neben­stra­ßen. Der Auto­ver­kehr wur­de weni­ger, zuguns­ten von mehr Fuß- und Rad­ver­kehr in die­sem Bereich. Außer­dem erfreu­ten sich die Nutzer*innen über eine erhöh­te Auf­ent­halts­qua­li­tät vor Ort und es kam zu deut­lich weni­ger Unfäl­len. Das Fazit: Luft­rein­hal­te­maß­nah­men füh­ren zu einer Stei­ge­rung der Lebens­qua­li­tät vor Ort, die Ein­be­zie­hung der Anwohner*innen in der Pla­nung und Umset­zung sowie die Ein­bin­dung ein­zel­ner Maß­nah­men in ein grö­ße­res Stadt­um­bau­kon­zept ist wich­tig für eine nach­hal­ti­ge Stadt­ent­wick­lung hin zu sau­be­rer Luft.

Ideen­ent­wick­lung zur Ent­wick­lung und Kom­mu­ni­ka­ti­on von Luft­rein­hal­te­maß­nah­men in Ber­lin

In der Dis­kus­si­on wur­de her­aus­ge­ar­bei­tet, dass unter­schied­li­che Grup­pen ein erhöh­tes Risi­ko haben von gesund­heit­li­chen Aus­wir­kun­gen durch Luft­ver­schmut­zung betrof­fen zu sein und ent­spre­chend auch ver­schie­de­ne Maß­nah­men not­wen­dig sind um die­se Grup­pen zu schüt­zen, sowohl auf ziel­grup­pen­spe­zi­fi­scher als auch bevöl­ke­rungs­wei­ter Ebe­ne. Lang­fris­tig pro­fi­tie­ren alle von sau­be­rer Luft. Außer­dem ist Luft­ver­schmut­zung eng mit dem Kli­ma­wan­del ver­knüpft. Daher soll­ten Maß­nah­men prio­ri­siert wer­den, die auch auf ande­re Zie­le ein­zah­len, wie CO2-Reduk­ti­on oder För­de­rung der Bio­di­ver­si­tät.

Mehrere Personen in einem hellen Raum mit großen Fenstern, Dr. Katin Süring steht vor einem Flipchart mit Notizzetteln, andere sitzen oder stehen im Raum verteilt.

Der Dia­log mach­te deut­lich: Luft­rein­hal­te­maß­nah­men zu pla­nen ist eine kom­ple­xe Auf­ga­be und benö­tigt den Aus­tausch und die Koope­ra­ti­on ver­schie­de­ner Akteur*innen auf ver­schie­de­nen gesell­schaft­li­chen Ebe­nen. Klar ist aber auch: sau­be­re Luft bringt eine ver­bes­ser­te Lebens­qua­li­tät, mehr Gesund­heit und posi­ti­ve Effek­te für unse­re Umwelt und das Kli­ma mit sich. Es gibt bereits vie­le Erfolgs­ge­schich­ten, die jeden Tag von enga­gier­ten Akteur*innen wei­ter vor­an­ge­trie­ben wer­den. Die­se brei­te Exper­ti­se bie­tet einen her­vor­ra­gen­den Ansatz­punkt für die ehr­gei­zi­ge Umset­zung der neu­en Luft­qua­li­täts­richt­li­nie bis 2030.

Alle Teilnehmer*innen stehen zusammen und machen ein Gruppenfoto

Vie­len Dank für die Teil­nah­me und den akti­ven Aus­tausch. Wir freu­en uns auf die nächs­te Dia­log-Run­de.

Fotos: CPHP