Von Tabak bis Big Tech: Wie kom­mer­zi­el­le Inter­es­sen pla­ne­ta­re Gesund­heit beein­flus­sen

Von Tabak bis Big Tech: Wie kom­mer­zi­el­le Inter­es­sen pla­ne­ta­re Gesund­heit beein­flus­sen

Von der Tabak­in­dus­trie bis zu Big Tech prä­gen kom­mer­zi­el­le Inter­es­sen poli­ti­sche Ent­schei­dun­gen – oft mit gra­vie­ren­den Fol­gen für Gesund­heit und Umwelt. Unser neu­er Impuls „From tob­ac­co to Big Tech – How com­mer­cial inte­rests are sha­ping pla­ne­ta­ry health“ von Doro­thea Baltruks, Car­men Jochem, Catrio­na Watt, Chio­ma Cyn­thia Ozu­luo­ha, Egle Sta­ke­li­unai­te und Miri­am Mesche­de zeigt, wie tief die­se Ein­flüs­se rei­chen und war­um es eine grund­le­gen­de Neu­aus­rich­tung staat­li­chen Han­delns braucht. Im Zen­trum muss das Wohl­erge­hen der Bevöl­ke­rung und der Schutz des Pla­ne­ten ste­hen.

Tabak, Fast­food, Autos, Alko­hol, fos­si­le Ener­gien und jetzt auch KI: In vie­len Bran­chen ste­hen wirt­schaft­li­che Inter­es­sen in einem Span­nungs­ver­hält­nis zu Gesund­heit und Umwelt. Gleich­zei­tig ver­fü­gen Unter­neh­men über viel­fäl­ti­ge Mög­lich­kei­ten, poli­ti­sche Pro­zes­se und öffent­li­che Debat­ten zu beein­flus­sen.

Unse­re gemein­sa­me Ana­ly­se mit Kol­le­gin­nen des Lehr­stuhls für Pla­ne­ta­ry & Public Health der Uni­ver­si­tät Bay­reuth zeigt, dass es sich dabei nicht um Ein­zel­fäl­le han­delt, son­dern um wie­der­keh­ren­de Mus­ter. Unter­neh­men und Ver­bän­de finan­zie­ren For­schung, gestal­ten Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gien und brin­gen sich gezielt in poli­ti­sche Ent­schei­dungs­pro­zes­se ein. So tra­gen sie dazu bei, wie Risi­ken bewer­tet, regu­liert – oder auch ver­zö­gert – wer­den.

Die dar­aus ent­ste­hen­den Kos­ten sind erheb­lich: für die Gesund­heit der Bevöl­ke­rung, für öffent­li­che Haus­hal­te und für die öko­lo­gi­schen Grund­la­gen unse­res Lebens.

Vor die­sem Hin­ter­grund wird deut­lich, dass Ansät­ze, die pri­mär auf indi­vi­du­el­les Ver­hal­ten abzie­len, zu kurz grei­fen. Ent­schei­dend sind die struk­tu­rel­len Rah­men­be­din­gun­gen – von Regu­lie­rung über Trans­pa­renz bis hin zur Fra­ge, wie Inter­es­sen­kon­flik­te in poli­ti­schen Pro­zes­sen adres­siert wer­den.

Unse­re Ana­ly­se unter­sucht sechs Bran­chen und zeigt, wie sie Ein­fluss neh­men, Ver­än­de­run­gen ver­zö­gern und was pas­sie­ren müss­te, um Pla­ne­ta­re Gesund­heit wirk­sam zu schüt­zen. Zugleich macht sie deut­lich, dass kom­mer­zi­el­le Akteu­re auch Teil der Lösung sein kön­nen, etwa wenn sie gesun­de, umwelt­freund­li­che Ernäh­rung oder akti­ve Mobi­li­tät för­dern. Unse­re poli­ti­schen Emp­feh­lun­gen zie­len dar­auf ab, Anrei­ze für sol­che posi­ti­ven Akti­vi­tä­ten zu stär­ken und gesund­heits­ge­fähr­den­de kom­mer­zi­el­le Ein­flüs­se zu schwä­chen.

» Zur Publi­ka­ti­on (auf Eng­lisch)