Verbändetreffen mit Bundesumweltminister Carsten Schneider
Bundesumweltminister Carsten Schneider trifft Umwelt- und Klimaverbände, dankt ihrem Engagement und stellt sich kritischen Fragen zu neuen Gesetzen. Im Fokus: Klimaziele, Energie und Gesundheit.
Am 23. März traf sich Bundesumweltminister Carsten Schneider mit rund 50 Umwelt‑, Naturschutz- und Klimaverbänden. Für KLUG war Dorothea Baltruks dabei. Die Verbände nutzten die Gelegenheit, um ihre Perspektiven direkt einzubringen und klare Antworten einzufordern.

Ohne Engagement geht es nicht
Zunächst bedankte sich der Minister bei den Verbänden und den Millionen Mitglieder und ehrenamtlich Engagierten, die sich trotz zunehmendem Gegenwind in vielen Orten Deutschlands, aber auch im globalen Klima für Umwelt‑, Natur- und Klimaschutz engagieren.
Kurz vor der Veröffentlichung verteidigte Schneider das neue Klimaschutzprogramm und betonte, dass es den Klimazielen (insbesondere für 2030) gerecht wird. Er machte klar: Die Bundesregierung hält weiter an diesen Zielen fest. Schneider sprach auch über ein neues Gesetz zum Schutz von Naturflächen, das er in der Woche davor vorgestellt hat. Im Hinblick auf die kommende Haushaltsaufstellung betonte er außerdem, dass er das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz stärken wolle. Außerdem ist ihm ein Punkt besonders wichtig: In Nord- und Ostsee soll kein Öl und Gas mehr gefördert werden. Darüber diskutiert gerade der Bundestag.
Sorge vor Rückschritten in der Klimapolitik
Im Gespräch wurde schnell klar: Viele Organisationen blicken mit Sorge auf aktuelle Entwicklungen. An mehreren Stellen drohen Abschwächungen beim Klimaschutz – etwa beim Gebäudemodernisierungsgesetz, bei Omnibus-Verfahren auf EU-Ebene oder bei Umweltklagen.
Der Minister betonte, dass sein Haus am Klimaschutz festhält und sich für die gute Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft stark macht. Gleichzeitig zeigte er offen, wie stark der Druck geworden ist – in Deutschland und in Europa. Immer öfter fordern Stimmen, Klimaschutz zurückzustellen.
Auch steigende Energiepreise und globale Krisen spielen dabei eine Rolle. Sie zeigen, wie abhängig wir noch von Öl und Gas sind. Und sie verstärken die Debatte: fossile Energie subventionieren oder schneller raus?

Luft und Chemikalien — Klimaschutz ist Gesundheitsschutz
Für KLUG brachte Dorothea Baltruks die Perspektive der Gesundheit ein. Sie fragte, wie Deutschland die neuen Grenzwerte für saubere Luft erreichen will. Denn bessere Luft bedeutet weniger Krankheiten und trägt auch zu anderen Klima- und Umweltschutzmaßnahmen bei.
Außerdem machte sie deutlich: Beim Umgang mit Chemikalien braucht es klare und evidenzbasierte Regeln, die die Gesundheit der Bevölkerung höher als die wirtschaftlichen Interessen der Industrie gewichten.

“Eine intakte Umwelt ist kein Nice-to-Have, sondern eine Garantie für eine lebenswerte Zukunft.”
Carsten Schneider
Fotos: BMUKN/Peter-Paul Weiler
Am 25. März hat die Bundesregierung das Klimaschutzprogramm 2026 vorgestellt. Nach eigenen Angaben sollen damit bis 2030 rund 27 Millionen Tonnen CO₂ eingespart und die bestehende Emissionslücke geschlossen werden. Der Expertenrat für Klimafragen sowie zahlreiche weitere Expert*innen, Umweltverbände und Teile der Opposition bewerten das Programm jedoch als unzureichend oder unrealistisch. Sie kritisieren, dass es den Anforderungen nicht gerecht werde, teilweise auf veralteten Daten basiere und zentrale Probleme ausblende – etwa mögliche steigende CO₂-Emissionen durch die Energieversorgung von Gebäuden oder die Abschwächung des Verbrenner-Aus. Zudem fehlten politisch heikle, aber wirkungsvolle Maßnahmen wie ein Tempolimit oder strengere Regelungen für Dienstwagen.
» Quellen: Table.Media | Tagesspiegel Background Energie & Klima
