Am: 19.10.2026

Ort: Online

Auf­zeich­nung ver­füg­bar! Pla­ne­ta­ry Health Dia­lo­gue: Che­mi­ka­li­en­po­li­tik für Umwelt und Gesund­heit

Auf­zeich­nung ver­füg­bar! Pla­ne­ta­ry Health Dia­lo­gue:
Che­mi­ka­li­en­po­li­tik für Umwelt und Gesund­heit

Laborgefäße mit Flüssigkeiten und Pflanze im Hintergrund vor blauem Hintergrund mit orangem Schriftzug 'Planetary Health Dialogue'

Che­mi­ka­li­en­po­li­tik für Umwelt und Gesund­heit – Was jetzt zu tun ist


Im Okto­ber haben wir uns gemein­sam mit Prof. Dr. Bea­te Escher (Uni­ver­si­tät Tübin­gen / Helm­holtz-Zen­trum für Umwelt­for­schung) und Alex­an­dra Cater­bow (Health and Envi­ron­ment Jus­ti­ce Sup­port e.V.) der Fra­ge gewid­met, wie sich eine wirk­sa­me­re Che­mi­ka­li­en­po­li­tik für Umwelt und Gesund­heit gestal­ten lässt – mit einem Fokus auf die aktu­el­len Ent­wick­lun­gen auf Bun­des- und EU-Ebe­ne.

Che­mi­ka­li­en sind aus unse­rem All­tag nicht mehr weg­zu­den­ken. Sie ste­cken u. a. in Kos­me­tik, Lebens­mit­teln, Ver­pa­ckun­gen oder Klei­dung. Gleich­zei­tig ent­wi­ckeln sich Umwelt­che­mi­ka­li­en welt­weit zu einer wach­sen­den Gefahr für Umwelt und Gesund­heit: Die Pro­duk­ti­on syn­the­ti­scher Che­mi­ka­li­en steigt rasant – und damit auch die Men­ge und Viel­falt der Stof­fe, die in die Umwelt gelan­gen.

Wel­che Dimen­si­on die­se Ent­wick­lung erreicht hat, zeigt das Kon­zept der pla­ne­ta­ren Gren­zen: Die pla­ne­ta­re Gren­ze für „neu­ar­ti­ge Sub­stan­zen“, zu denen Che­mi­ka­li­en und Kunst­stof­fe zäh­len, ist bereits über­schrit­ten. Das bedeu­tet, dass Pro­duk­ti­on und Frei­set­zung die­ser Stof­fe ein Aus­maß erreicht haben, das die Sta­bi­li­tät des Erd­sys­tems und damit auch die natür­li­chen Lebens­grund­la­gen des Men­schen gefähr­det.

Beson­ders rele­vant für unse­re Gesund­heit sind hor­mon­ak­ti­ve Stof­fe, soge­nann­te „endo­kri­ne Dis­rup­t­o­ren“. Sie wer­den u. a. mit Frucht­bar­keits­stö­run­gen, Stoff­wech­sel­er­kran­kun­gen oder hor­mon­ab­hän­gi­gen Krebs­for­men in Ver­bin­dung gebracht und ver­ur­sa­chen allein in der EU Gesund­heits­kos­ten von über 160 Mil­li­ar­den Euro jähr­lich. Beson­ders sen­si­bel sind Men­schen in Ent­wick­lungs­pha­sen wie Schwan­ger­schaft oder Früh­kind­heit. Zudem beein­flus­sen sozio­öko­no­mi­sche Fak­to­ren, wie stark Men­schen belas­tet sind und wie gut sie sich schüt­zen kön­nen. Che­mi­ka­li­en­po­li­tik ist damit auch eine Fra­ge der Gesund­heits- und Umwelt­ge­rech­tig­keit.

Die drin­gend not­wen­di­ge Regu­lie­rung von Che­mi­ka­li­en kommt der­zeit nur zöger­lich vor­an. Wäh­rend die umfas­sen­de REACH-Reform aus­ge­setzt wur­de, wird zugleich über ein EU-wei­tes PFAS-Ver­bot ver­han­delt. Län­der wie Däne­mark und Frank­reich zei­gen, dass auch natio­nal Maß­nah­men vor­an­ge­trie­ben wer­den kön­nen – auch Deutsch­land steht vor der Fra­ge, wie es bestehen­de Hand­lungs­mög­lich­kei­ten nutzt und wei­ter­ent­wi­ckelt.

Hier setzt unser neu­er Poli­cy Brief „Che­mi­ka­li­en­po­li­tik für Umwelt und Gesund­heit – Was jetzt zu tun ist” an, der Anfang Okto­ber erschie­nen ist. Er zeigt die bis­lang unzu­rei­chend adres­sier­ten Gefah­ren von Umwelt­che­mi­ka­li­en auf und lei­tet dar­aus Hand­lungs­emp­feh­lun­gen für Bun­des­po­li­tik und EU ab.

Es war uns eine Freu­de, gemein­sam mit Alex­an­dra Cater­bow (Co-Direk­to­rin, Health and Envi­ron­ment Jus­ti­ce Sup­port e.V.) und Prof. Dr. Bea­te Escher (Lei­te­rin des Depart­ments Zell­to­xi­ko­lo­gie am Helm­holtz-Zen­trum für Umwelt­for­schung, Pro­fes­so­rin für Umwelt­to­xi­ko­lo­gie an der Uni­ver­si­tät Tübin­gen) u. a. fol­gen­de Fra­gen zu dis­ku­tie­ren:

  • Wie groß sind die Risi­ken für Gesund­heit und Öko­sys­te­me durch Umwelt­che­mi­ka­li­en?
  • War­um bleibt die euro­päi­sche Che­mi­ka­li­en­po­li­tik trotz star­ker wis­sen­schaft­li­cher Evi­denz hin­ter ihren eige­nen Zie­len zurück?
  • Wel­che poli­ti­schen Schrit­te sind auf Bun­des- und EU-Ebe­ne jetzt not­wen­dig, um Gesund­heit und Umwelt wirk­sam vor Umwelt­che­mi­ka­li­en zu schüt­zen?

Mode­riert wur­de die Ver­an­stal­tung von Marie Jung, wis­sen­schaft­li­che Mit­ar­bei­te­rin beim CPHP.

Logo-PHD-plu­ral