Poli­ti­sche Stra­te­gien für eine umwelt­freund­li­che Arz­nei­mit­tel­ver­sor­gung 

Pillen liegen vor einer geöffneten Pillendose
© iStock / Tow­fi­qu Barb­hui­ya

Poli­ti­sche Stra­te­gien für eine umwelt­freund­li­che Arz­nei­mit­tel­ver­sor­gung

Der Gesund­heits­sek­tor ist für etwa 6 % der deut­schen Treib­haus­gas­emis­sio­nen ver­ant­wort­lich und spielt daher für das gesetz­lich ver­an­ker­te Ziel der Kli­ma­neu­tra­li­tät 2045 eine signi­fi­kan­te Rol­le. Die Pro­duk­ti­on, der Kon­sum und die Ent­sor­gung von Arz­nei­mit­teln haben weit­rei­chen­de Aus­wir­kun­gen auf Umwelt und Kli­ma. Neben hohen Emis­sio­nen belas­ten Rück­stän­de von Medi­ka­men­ten Gewäs­ser und Öko­sys­te­me und tra­gen zur glo­ba­len Bedro­hung durch Anti­bio­ti­ka­re­sis­ten­zen bei. Den­noch sind die­se öko­lo­gi­schen Aus­wir­kun­gen bis­lang kaum regu­liert und ins­be­son­de­re Treib­haus­gas­emis­sio­nen im Arz­nei­mit­tel­sek­tor noch kaum trans­pa­rent ein­zu­se­hen.

Es braucht mehr ver­bind­li­che, effek­ti­ve, aber auch prag­ma­ti­sche Wei­chen­stel­lun­gen, um den öko­lo­gi­schen Fuß­ab­druck des Arz­nei­mit­tel­sek­tors zügig zu redu­zie­ren. Im Poli­cy Brief „Nach­hal­tig­keit im Arz­nei­mit­tel­we­sen stär­ken“ hat das CPHP bereits recht­li­che Hebel zur Redu­zie­rung des öko­lo­gi­schen Fuß­ab­drucks des Arz­nei­mit­tel­we­sens iden­ti­fi­ziert. Seit­dem wur­den auf EU-Ebe­ne ers­te poli­ti­sche Pro­zes­se ange­sto­ßen.

Auf­bau­end auf vor­he­ri­ge Ent­wick­lun­gen bringt das CPHP in die­sem Pro­jekt Akteur*innen aus dem Gesund­heits- und Phar­ma­sek­tor zusam­men, um Bedar­fe zu erfas­sen und gemein­sam Lösungs­an­sät­ze wei­ter­zu­ent­wi­ckeln und poli­ti­sche Emp­feh­lun­gen zu erar­bei­ten. Beson­de­re Bedeu­tung hat dabei die Reduk­ti­on von Arz­nei­mit­tel­ver­brauch, ins­be­son­de­re bei rezept­frei­en Medi­ka­men­ten, die bis­her wenig im Fokus poli­ti­scher Debat­ten ste­hen. Damit sol­len regu­la­to­ri­sche Anpas­sun­gen vor­an­ge­trie­ben wer­den, die sowohl Umwelt- als auch Ver­brau­cher­schutz­aspek­te berück­sich­ti­gen.

Pro­jekt­zie­le

Kern­ziel ist die Ver­net­zung von Akteur*innen aus Poli­tik, Gesund­heits­we­sen und Phar­ma­bran­che, um kon­kre­te Hand­lungs­op­tio­nen für eine nach­hal­ti­ge­re Arz­nei­mit­tel­po­li­tik zu ent­wi­ckeln. Zudem sol­len poli­ti­sche Emp­feh­lun­gen zur Reduk­ti­on von Emis­sio­nen und Umwelt­be­las­tun­gen im Arz­nei­mit­tel­sek­tor erar­bei­tet wer­den.

Dabei sol­len evi­denz­ba­sier­te Lösun­gen durch die Ein­bin­dung von Fach­ge­sell­schaf­ten und Ver­bän­den sek­toren­über­grei­fend vor­an­ge­trie­ben wer­den.

Gleich­zei­tig ist es ent­schei­dend, die erar­bei­te­ten poli­ti­schen Emp­feh­lun­gen gezielt an Ent­schei­dungs­tra­gen­de zu adres­sie­ren und die Ergeb­nis­se ver­ständ­lich und wir­kungs­voll in Poli­tik und Öffent­lich­keit zu kom­mu­ni­zie­ren.

Auch sozia­le Fra­gen wie die Umwelt­ge­rech­tig­keit, der Ver­brau­cher­schutz und die glo­ba­len Gesund­heits­aus­wir­kun­gen (z. B. Anti­bio­ti­ka­re­sis­ten­zen) wer­den in die Ana­ly­se inte­griert.

Metho­dik

Das CPHP setzt auf einen inter­dis­zi­pli­nä­ren, wis­sen­schafts­ba­sier­ten und par­ti­zi­pa­ti­ven Ansatz. Zen­tra­le metho­di­sche Schrit­te sind:

  • Iden­ti­fi­ka­ti­on regu­la­to­ri­scher Lücken und Her­aus­for­de­run­gen durch eine gemein­sa­me Ana­ly­se mit rele­van­ten Akteur*innen.
  • Ent­wick­lung eines öffent­lich zugäng­li­chen Poli­cy Briefs, der kon­kre­te Maß­nah­men zur Ver­bes­se­rung der Nach­hal­tig­keit im Arz­nei­mit­tel­we­sen auf­zeigt. Die­ser wird mit poli­ti­schen Ent­schei­dungs­tra­gen­den dis­ku­tiert.
  • Wis­sens­kom­mu­ni­ka­ti­on durch die Auf­be­rei­tung der Ergeb­nis­se in ver­schie­de­nen For­ma­ten zur brei­ten Bekannt­ma­chung.
  • Ver­an­stal­tung von zwei öffent­li­chen Web­i­na­ren zur Prä­sen­ta­ti­on und Dis­kus­si­on der Ergeb­nis­se, die auch nach­träg­lich als Vide­os ver­füg­bar sein wer­den.

Hand­lungs­feld

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen und Mate­ria­li­en

Hände geben Symbol

Ver­an­stal­tung: Rück­blick auf den Run­den Tisch “Nach­hal­tig­keit, Ver­sor­gungs­si­cher­heit und Bezahl­bar­keit im Arz­nei­mit­tel­sek­tor der Zukunft”

Exter­ne Res­sour­cen

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Artikel im Ärz­te­blatt: „Der Ver­lust von Arten kann einen Ver­lust noch unent­deck­ter Wirk­stof­fe für Medi­ka­men­te bedeu­ten“ 

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Arti­kel in der Phar­ma­zeu­ti­schen Zei­tung: „Phar­ma­zie nach­hal­tig den­ken“ 

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Bei­trag in der Euro­pean Phar­maceu­ti­cal Review: „Phar­ma witi­hin Pla­ne­ta­ry Boun­da­ries“ 

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Arti­kel der Phar­ma­zeu­ti­schen Zei­tung: „»Apo­the­ken am Hebel für Gesund­heit und Umwelt­schutz“ 

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Inter­view in Gute Pil­len, Schlech­te Pil­len: „Medi­ka­men­te schäd­lich für Umwelt und Kli­ma“ 

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Arti­kel vom Tages­spie­gel Back­ground Gesund­heit und E‑Health: „Recht­li­che Hebel für nach­hal­ti­ge Arz­nei­mit­tel­ver­sor­gung“ 

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Video: Fort­bil­dungs­rei­he der Phar­macists for Future

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Arti­kel auf POLITICO Euro­pe: „Undrug­ging the envi­ron­ment“

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Arti­kel der Phar­ma­zeu­ti­schen Zei­tung: „Arz­nei­mit­tel­rück­stän­de: Risi­ko für Umwelt und Gesund­heit“ 

Pro­jekt­lauf­zeit

April 2025 – März 2027 

Ansprech­per­son

Portrait von Dorothea Baltruks

Doro­thea Baltruks

Pro­jekt­ko­or­di­na­ti­on

Geför­dert durch:

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