Am: 09.09.2025

Poli­ti­sche Stra­te­gien für den Arz­nei­mit­tel­sek­tor der Zukunft

🔸 Wie sieht ein zukunfts­fä­hi­ger Arz­nei­mit­tel­sek­tor aus, in dem Nach­hal­tig­keit, Bezahl­bar­keit und Ver­sor­gungs­si­cher­heit gewähr­leis­tet sind?

🔸 Und wel­che Rol­le spie­len Regu­lie­rung und poli­ti­sche Steue­rung dabei?

Die­sen Fra­gen wid­me­ten wir uns am 9. Sep­tem­ber bei dem ers­ten Run­den Tisch, den wir im Rah­men unse­res vom Umwelt­bun­des­amt geför­der­ten Pro­jekts „Poli­ti­sche Stra­te­gien für eine nach­hal­ti­ge Arz­nei­mit­tel­ver­sor­gung“ aus­rich­ten durf­ten. Unter dem Mot­to “Nach­hal­tig­keit, Ver­sor­gungs­si­cher­heit und Bezahl­bar­keit im Arz­nei­mit­tel­sek­tor der Zukunft” kamen Vertreter*innen aus Wis­sen­schaft, gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen, medi­zi­ni­scher und phar­ma­zeu­ti­scher Pra­xis, Zivil­ge­sell­schaft und Indus­trie zusam­men, um gemein­sam über Her­aus­for­de­run­gen und zukunfts­fä­hi­ge Lösungs­an­sät­ze zu dis­ku­tie­ren.

Rechts und Llinks die Gäste des Runden Tischs an einer langen Tafel. Dazwischen der Laptop der Referentin mit einer Präsentation zur Nachhaltigkeit im Arzneimittelwesen

Impul­se aus For­schung und Pra­xis

Nach einer Ein­füh­rung in den For­schungs­stand zu Umwelt- und Kli­ma­aus­wir­kun­gen von Arz­nei­mit­teln stell­te Cle­mens Woitas­ke-Pro­s­ke (Chris­ti­an-Albrechts-Uni­ver­si­tät zu Kiel) den Arz­nei­mit­tel­in­dex Umwelt vor, den er gemein­sam mit dem Umwelt­bun­des­amt und dem Eco­lo­gic Insti­tut sowie einem Begleit­kreis mit Vertreter*innen aus Pra­xis und Wis­sen­schaft ent­wi­ckelt hat und der ein Informations‑, Klas­si­fi­ka­ti­ons- und Ver­mitt­lungs­sys­tem über die Umwelt­aus­wir­kun­gen von Arz­nei­mit­teln beinhal­tet.

Eine robus­te, ein­fach anwend­ba­re und ver­gleich­ba­re Metho­dik zur Bewer­tung und Klas­si­fi­zie­rung stand auch im Fokus des Inputs von Sebas­tien Tail­l­emi­te , dem Prä­si­den­ten des fran­zö­si­schen Unter­neh­mens Eco­va­med. Die­ses ent­wi­ckel­te eine Metho­dik zur Bewer­tung des CO2-Fuß­ab­drucks von Arz­nei­mit­teln auf Nach­fra­ge der fran­zö­si­schen Phar­ma­in­dus­trie und Behör­den.

Die Per­spek­ti­ve deut­scher Phar­ma­un­ter­neh­men, Pra­xis­bei­spie­le sowie Fra­gen der zusätz­li­chen Finan­zie­rung stell­te Dr. Elmar Kroth (Phar­ma Deutsch­land) vor.

Zen­tra­le Erkennt­nis­se der Dis­kus­si­on

Die inten­si­ve Debat­te zeig­te, dass Nach­hal­tig­keit und Ver­sor­gungs­si­cher­heit Hand in Hand gehen kön­nen – auch in einem preis­sen­si­ti­ven Markt­um­feld. Fol­gen­de Impul­se haben wir aus der Dis­kus­si­on mit­ge­nom­men:

🔸 Ver­läss­li­che Rah­men­be­din­gun­gen (wie z.B. die CSRD-Richt­li­nie oder das Lie­fer­ket­ten­sorg­falts­pflich­ten­ge­setz) schaf­fen ein “Level Play­ing Field” und ermög­li­chen Wan­del in der gesam­ten EU-Indus­trie.


🔸 Nach­hal­tig­keit im Gene­ri­ka­markt ist rea­li­sier­bar – ers­te Aus­schrei­bun­gen mit Nach­hal­tig­keits­kri­te­ri­en (z. B. AOK Baden-Würt­tem­berg, GWQ Ser­vice­Plus AG) lie­fern kon­kre­te Bei­spie­le.


🔸 Um die Kli­ma- und Nach­hal­tig­keits­zie­le zu errei­chen, die essen­ti­ell für unser aller Wohl­erge­hen sind, braucht es eine gemein­sa­me Stra­te­gie und Umset­zung für den Sek­tor mit ver­bind­li­chen Zie­len, wis­sen­schaft­li­chen Stan­dards und trans­pa­ren­ten Daten.

Unser Fazit

Nach­hal­tig­keit im Arz­nei­mit­tel­sek­tor ist kei­ne Opti­on, son­dern eine Grund­vor­aus­set­zung für eine zukunfts­fä­hi­ge und gerech­te Gesund­heits­ver­sor­gung.

Gleich­zei­tig wur­de deut­lich: Nur im kon­ti­nu­ier­li­chen Dia­log zwi­schen allen rele­van­ten Akteur*innen las­sen sich Ziel­kon­flik­te aus­ba­lan­cie­ren und trag­fä­hi­ge Lösun­gen ent­wi­ckeln

Wir dan­ken allen Teil­neh­men­den für die kon­struk­ti­ven Bei­trä­ge, dem GKV-Spit­zen­ver­band für die Räum­lich­kei­ten und freu­en uns, die Dis­kus­si­on im Rah­men unse­res Pro­jek­tes „Poli­ti­sche Stra­te­gien für eine nach­hal­ti­ge Arz­nei­mit­tel­ver­sor­gung“ fort­zu­set­zen!

Run­der Tisch Arz­nei­mit­tel­ver­sor­gung 3

Fotos: CPHP