Webinar für Bundestag-Mitarbeitende: Wie Städte gesund, klimaresilient und zukunftsfähig werden
In der vierten und letzten Veranstaltung unserer parlamentarischen Dialogreihe “Gesundheit im Klimawandel” diskutierten wir am 08. Dezember mit Mitarbeitenden von Abgeordneten und Fraktionen im Deutschen Bundestag sowie Expert*innen aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft die zentralen Herausforderungen, Chancen und politischen Rahmenbedingungen für eine Stadtentwicklung, die Gesundheit, Klima und Lebensqualität gleichermaßen in den Blick nimmt.

Impulse aus Ministerium, Wissenschaft & Praxis
Die Beiträge von Dr. Susanne Schubert (Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen), Prof. Dr. Susanne Moebus (Institut für Urban Public Health, Universitätsmedizin Essen) und Prof. Dr. Christa Reicher (Lehrstuhl für Städtebau und Entwerfen, RWTH Aachen) brachten unterschiedliche fachliche Perspektiven zusammen. Die Diskussion zeigte deutlich, wie eng Klima, Gesundheit und Stadtentwicklung miteinander verwoben sind und welche Hebel jetzt genutzt werden sollten, damit eine zukunftsfähige, gesundheitsfördernde und klimaresiliente Stadtentwicklung gelingen kann:
Transformation als Chance
Städte verändern sich kontinuierlich – und der Klimawandel verstärkt gesundheitliche, ökologische und soziale Belastungen. Gleichzeitig eröffnet die notwendige Transformation neue Möglichkeiten, lebenswertere und gesündere Stadträume zu gestalten.
Klimaschutz und Klimaanpassung als Gesundheitsvorsorge
Die vielfältigen Zusammenhänge zwischen Klima, Umweltbedingungen und Gesundheit sind politisch wie gesellschaftlich nach wie vor nicht ausreichend präsent. Es geht längst nicht nur um Hitzebelastungen: Verkehr, Luftqualität, Lärm, soziale Strukturen und die Gestaltung des öffentlichen Raums beeinflussen die Gesundheit der Bevölkerung maßgeblich.
Klare Rahmenbedingungen für integrierte Stadtentwicklung
Damit klima- und gesundheitsfördernde Stadtentwicklung gelingt, braucht es starke politische Leitplanken. Dazu gehören integrierte Klima‑, Gesundheits- und Nachhaltigkeitsziele, harmonisierte Förderprogramme und die konsequente Nutzung des vorhandenen Wissens. Eine fehlende politische Priorisierung verzögert wirksame Umsetzung und verhindert wichtige Weichenstellungen.
Ganzheitlich und intersektoral denken
Eine nachhaltige Stadtentwicklung erfordert Verantwortung in allen Politikfeldern. Umwelt, Gesundheit, Wohnen, Teilhabe, Sicherheit und Mobilität werden vielerorts noch getrennt betrachtet – was Fortschritte hemmt und zu Stagnation führt. Ein intersektoraler Ansatz ist entscheidend, um Synergien zu nutzen und Blockaden zu lösen.
Die Zukunft der Stadt ist die Region
Flächenkonkurrenzen lassen sich nur lösen, wenn regional gedacht und geplant wird. Eine enge Abstimmung über kommunale Grenzen hinweg ist Voraussetzung für eine effiziente, sozial gerechte und resiliente Entwicklung.
Fazit: Vom Wissen ins Handeln kommen
Wir stehen weniger vor einem Erkenntnis- als vor einem Umsetzungsproblem. Für gesündere, widerstandsfähigere und lebenswertere Städte braucht es mutige politische Entscheidungen, verbindliche Rahmenbedingungen und eine klare Kommunikation der Vorteile einer integrierten Stadtentwicklung.
Das Webinar bildete den Abschluss unserer Parlamentarischen Dialogreihe „Gesundheit im Klimawandel“. Wir danken Dr. Franziska Kersten und Sascha van Beek für ihre Schirmherrschaft und Unterstützung, allen Mitwirkenden für ihr Engagement sowie dem Wellcome Trust für die Projektförderung.
Foto: CPHP
