Am: 30.09.2025

Ort: Berlin

Umset­zung der EU-Luft­qua­li­täts­richt­li­nie in Ber­lin: Ers­ter Stake­hol­der­dia­log

Umset­zung der EU-Luft­qua­li­täts­richt­li­nie in Ber­lin: Ers­ter Stake­hol­der­dia­log

Am 30. Sep­tem­ber fand der ers­te Stake­hol­der­dia­log im Rah­men unse­res vom Clean Air Fund geför­der­ten Pro­jekts zur Umset­zung der EU-Luft­qua­li­täts­richt­li­nie statt. Ziel die­ser Dia­log­rei­he ist es, rele­van­te Akteur*innen zusam­men­zu­brin­gen, ihre Per­spek­ti­ven ein­zu­be­zie­hen und gemein­sam zu dis­ku­tie­ren, wie eine zügi­ge und ambi­tio­nier­te Umset­zung der Richt­li­nie in Deutsch­land gelin­gen kann, damit Krank­heits- und Todes­fäl­le durch Luft­ver­schmut­zung ver­mie­den wer­den und wir in Zukunft Luft ein­at­men kön­nen, die unbe­denk­lich für unse­re Gesund­heit ist.

Die Ergeb­nis­se aus den Dia­lo­gen tra­gen wir anschlie­ßend an Ent­schei­dungs­tra­gen­de her­an, um so kon­kre­te Hand­lungs­emp­feh­lun­gen für eine wirk­sa­me und gerech­te Umset­zung der Richt­li­nie zu geben.

Auf dem Bild die 15 Teilnehmenden des Workshops in einer Reihe hinter einem Pult und vor dem Banner des CPHP

Luft­qua­li­tät im Wan­del: Erfol­ge und Hand­lungs­be­dar­fe in Deutsch­land

Nach einer kur­zen Ein­füh­rung gab Ste­fan Fei­gen­span aus dem Fach­ge­biet „Beur­tei­lung der Luft­qua­li­tät“ des Umwelt­bun­des­am­tes (UBA) einen Über­blick über die Ent­wick­lung der Luft­qua­li­tät in Deutsch­land in den letz­ten Jahr­zehn­ten sowie über die Neue­run­gen der Richt­li­nie. Dabei wur­de klar: Die Luft­rein­hal­te­po­li­tik, maß­geb­lich durch EU-Geset­ze ange­sto­ßen, hat die Luft­qua­li­tät deut­lich ver­bes­sert. Den­noch besteht wei­ter­hin Hand­lungs­be­darf, da Luft­ver­schmut­zung noch immer erheb­li­che Gesund­heits­ri­si­ken birgt. Mit der über­ar­bei­te­ten Richt­li­nie reagiert die EU auf aktu­el­le wis­sen­schaft­li­che Erkennt­nis­se und die Erfah­run­gen der letz­ten 20 Jah­re und schafft damit eine soli­de Grund­la­ge, um die Luft­qua­li­tät in Euro­pa wei­ter zu ver­bes­sern und gleich­zei­tig Gesund­heit, Umwelt und Wirt­schaft zu stär­ken. Tech­nisch steht nun eini­ges an: Von der Ein­rich­tung der Groß­mess­sta­tio­nen sowie der Mes­sung von Ultra­fein­staub bis hin zur Anpas­sung des natio­na­len Luft­qua­li­täts­in­dex.

Ber­lin im Fokus: Fort­schrit­te und neue Her­aus­for­de­run­gen

Im Anschluss leg­ten wir den Fokus auf die Situa­ti­on in Ber­lin. Dr. Annet­te Rau­ter­berg-Wulff von der Ber­li­ner Senats­ver­wal­tung für Mobi­li­tät, Ver­kehr, Kli­ma­schutz und Umwelt stell­te die Ent­wick­lung in Ber­lin vor – von Smog-Alar­men in den 80er Jah­ren, die Fahr­ver­bo­te und die Dros­se­lung indus­tri­el­ler Akti­vi­tä­ten zur Fol­ge hat­ten, bis zur erst­ma­li­gen Ein­hal­tung der Grenz- und Ziel­wer­te im Jahr 2020. Sie zeig­te auf, dass das Poten­zi­al bis­he­ri­ger Maß­nah­men nahe­zu aus­ge­schöpft ist und neue Ansät­ze, wie z.B. die Reduk­ti­on von Emis­sio­nen durch Brems- und Rei­fen­ab­rieb sowie Holz­ver­bren­nung, aber auch groß­räu­mi­ge nach­hal­ti­ge Mobi­li­täts­pla­nung, erfor­der­lich sind, um wei­te­re Fort­schrit­te zu erzie­len. Dafür ist eine gemein­sa­me Anpas­sung des Rege­lungs­rah­mens auf EU‑, Bundes‑, Lan­des- und kom­mu­na­ler Ebe­ne not­wen­dig. Gleich­zei­tig eröff­net dies gro­ße Poten­tia­le für Co-Bene­fits für die Gesund­heit (vor allem durch akti­ve Mobi­li­tät und bes­se­ren Lärm­schutz), Umwelt- und Kli­ma­schutz.

Gemein­sam Lösun­gen ent­wi­ckeln: Per­spek­ti­ven aus Ver­wal­tung, Wis­sen­schaft und Gesell­schaft

In der anschlie­ßen­den Dis­kus­si­ons­run­de tausch­ten sich Vertreter*innen aus Ver­wal­tung, Wohl­fahrt, Zivil­ge­sell­schaft, Wis­sen­schaft sowie dem Gesund­heits- und Umwelt­be­reich aus. Gemein­sam dis­ku­tier­ten wir Chan­cen und Her­aus­for­de­run­gen der neu­en Richt­li­nie, Maß­nah­men zur Ein­hal­tung der Grenz­wer­te und Mög­lich­kei­ten, vul­nerable Grup­pen bes­ser vor Luft­ver­schmut­zung zu schüt­zen. Beson­ders wert­voll war die Viel­falt an Per­spek­ti­ven, die uns gezeigt hat, wel­che The­men für die Teil­neh­men­den jeweils im Vor­der­grund ste­hen.

Der Dia­log mach­te deut­lich: Sau­be­re Luft in Ber­lin, Deutsch­land und Euro­pa kann Wirk­lich­keit wer­den, wenn unter­schied­li­che Dis­zi­pli­nen und Akteur*innen gemein­sam an Lösun­gen arbei­ten.

Wir dan­ken den Teil­neh­men­den für Ihre akti­ve Betei­li­gung und sind gespannt auf den wei­te­ren Aus­tausch.

CAF Work­shop 2

Fotos: CPHP