Neu­es Facts­heet und Inter­view: Haus­halt 2026 — Glo­ba­le Ver­ant­wor­tung unter Druck

Neu­es Facts­heet und Inter­view: Haus­halt 2026 — Glo­ba­le Ver­ant­wor­tung unter Druck

Zwei Kinder laufen auf staubigem Boden, umgeben von einem aufgewirbelten Staubsturm, im Hintergrund ein mit Tuch bedeckter Wagen.

Der Bun­des­haus­halt 2026 sieht dras­ti­sche Kür­zun­gen bei Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit, huma­ni­tä­rer Hil­fe sowie mul­ti­la­te­ra­len Hil­fen zum Umwelt‑, Bio­di­ver­si­täts- und Kli­ma­schutz vor. Was das für Men­schen in Kri­sen­re­gio­nen bedeu­tet und wie sich Deutsch­lands Rol­le als huma­ni­tä­rer Geber ver­än­dern könn­te, beleuch­ten wir in einem neu­en Facts­heet und Inter­view.

Heu­te nimmt der Haus­halts­aus­schuss des Bun­des­tags letz­te Ände­run­gen am Etat­plan für 2026 vor. Nach aktu­el­lem Stand dro­hen erheb­li­che Kür­zun­gen in zen­tra­len Berei­chen, die für glo­ba­le Gesund­heit, Kli­ma­schutz und Kri­sen­be­wäl­ti­gung von gro­ßer Bedeu­tung sind. Der Ent­wurf des Bun­des­haus­halts sieht unter ande­rem vor, die Mit­tel für huma­ni­tä­re Hil­fe im Aus­land um mehr als die Hälf­te zu redu­zie­ren – von 2,26 Mil­li­ar­den Euro im Jahr 2024 auf rund 1,05 Mil­li­ar­den Euro. Auch die Bud­gets für mul­ti­la­te­ra­le Umwelt- und Kli­ma­fonds sowie für den Wie­der­auf­bau und die Kri­sen­prä­ven­ti­on sol­len deut­lich sin­ken.

Unser neu­es Facts­heet zeigt exem­pla­risch, wo die geplan­ten Ein­schnit­te beson­ders gra­vie­rend sind und wel­che Kon­flik­te sich dar­aus mit den im Koali­ti­ons­ver­trag ver­an­ker­ten Zie­len erge­ben. So steht etwa die Kür­zung der Mit­tel für den Glo­ba­len Fonds zur Bekämp­fung von AIDS, Tuber­ku­lo­se und Mala­ria um 31 %  im Ver­gleich zu 2024 im Wider­spruch zu Deutsch­lands Bekennt­nis zu ver­läss­li­cher huma­ni­tä­rer Hil­fe.

Im Inter­view erläu­tert Ali­na See­ba­cher, Exper­tin für Kli­ma­kri­se und Ernäh­rungs­si­cher­heit bei Ärz­te ohne Gren­zen Deutsch­land, die Fol­gen die­ser Ent­wick­lung: Der Rück­zug gro­ßer Geber wie der USA und nun auch geplan­te Kür­zun­gen in Deutsch­land führ­ten zu mas­si­ven Ver­sor­gungs­lü­cken – von geschlos­se­nen Ernäh­rungs­zen­tren in Soma­lia bis zu aus­fal­len­den Trink­was­ser­sys­te­men in Hai­ti. „Die mas­si­ven Kür­zun­gen ohne lang­fris­ti­ge Stra­te­gie las­sen Mil­lio­nen Men­schen ohne lebens­ret­ten­de Hil­fe zurück“, warnt See­ba­cher.

Vor dem Hin­ter­grund wach­sen­der glo­ba­ler Kri­sen, zuneh­men­der Extrem­wet­ter­er­eig­nis­se und stei­gen­der huma­ni­tä­rer Bedar­fe ver­deut­li­chen die vor­lie­gen­den Daten den hohen Stel­len­wert ver­läss­li­cher inter­na­tio­na­ler Finan­zie­rung für die Sta­bi­li­tät glo­ba­ler Gesundheits‑, Umwelt- und Hilfs­sys­te­me. Die geplan­ten Kür­zun­gen kön­nen die Wirk­sam­keit inter­na­tio­na­ler Koope­ra­tio­nen erheb­lich beein­träch­ti­gen. Vor die­sem Hin­ter­grund ist eine kon­se­quen­te Wahr­neh­mung der deut­schen Ver­ant­wor­tung im Kon­text glo­ba­ler Soli­da­ri­tät und nach­hal­ti­ger Ent­wick­lungs­zie­le beson­ders wich­tig.

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