Nach dem erfolgreichen Auftakt unserer parlamentarischen Dialogreihe „Gesundheit im Klimawandel“ im Bundestag fand am 16. Juli die digitale Fortsetzung statt. Diesmal lag der Schwerpunkt auf politischen Maßnahmen zur Klimaanpassung und ihren Gesundheitsgewinnen.
Das digitale Fachgespräch richtete sich gezielt an Mitarbeitende von Bundestagsabgeordneten, um im direkten Austausch praxisnahes Wissen zu den aktuellen Initiativen des Bundes im Bereich der Klimaanpassung zu vermitteln. Auch diese Veranstaltung stand unter der Schirmherrschaft von Dr. Franziska Kersten (SPD-Fraktion) sowie Sascha van Beek (CDU/CSU)-Fraktion.

Silke Jung (Leiterin der Arbeitsgruppe „Grundsatzangelegenheiten, Strategie und Recht der Anpassung an den Klimawandel“ im BMUKN) sowie Timm Paulus (Leiter des Referats „Umweltbezogener Gesundheitsschutz, Klima und Gesundheit” im BMG) gaben einen kompakten Überblick über bestehende Gesetzesinitiativen sowie wertvolle Einblicke in aktuelle Strategien und geplante Weiterentwicklungen.
Dr. Wolfgang Straff (Leiter des Fachgebiets „Umweltmedizin und gesundheitliche Bewertung“ am Umweltbundesamt) formulierte deutlich den politischen Handlungsbedarf — insbesondere im Hinblick auf die aktuelle Legislaturperiode.
Von der Strategie zur Umsetzung: Klimaanpassung als Gemeinschaftsaufgabe
Die gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels führen bereits jetzt zu einer wachsenden Krankheitslast, steigenden Kosten für das Gesundheitssystem, volkswirtschaftlichen Verlusten und zunehmender sozialer Ungleichheit. Mit dem Klimaanpassungsgesetz und der Deutschen Klimaanpassungsstrategie (DAS) wurden bereits wichtige politische Steuerungsinstrumente geschaffen. Für die wirksame Umsetzung der DAS braucht es daher ausreichend Ressourcen auf Bundes‑, Landes- und kommunaler Ebene. Die Prüfung einer möglichen Verankerung von Klimaschutz und Klimaanpassung als Gemeinschaftsaufgabe im Grundgesetz ist ein wichtiger nächster Schritt.
Vernetzung und Koordination stärken
Alle föderalen Ebenen sowie Akteur:innen aus Wissenschaft, Gesundheitswesen, Zivilgesellschaft und Wirtschaft sind gefordert, Klimaanpassung systematisch und nachhaltig voranzutreiben. Klimaresilienz sollte dabei vorausschauend und sektorübergreifend in Planungs- und Umsetzungsprozessen – etwa in der Gesundheitsversorgung, Mobilität oder Digitalisierung – mitgedacht werden.
Fortschritt messbar machen
Der Erfolg von Klimaanpassungsmaßnahmen muss messbar sein. Das Klimaanpassungsgesetz und die Deutschen Klimaanpassungsstrategie definieren ressortspezifische Maßnahmen und erste Indikatoren zur Evaluation der Zielerreichung. Doch gerade im Bereich der gesundheitsbezogenen Datenerhebung – etwa zur Krankheitslast oder zur Wirkung spezifischer Maßnahmen – besteht weiterer Entwicklungsbedarf.
Gleichzeitig gilt: Klimaanpassung ist kein Ersatz für konsequenten Klimaschutz. Je stärker der Klimawandel fortschreitet, desto aufwendiger, teurer und schwieriger wird die Anpassung.
Ausblick
Wir freuen uns, diesen wichtigen Dialog mit politischen Entscheidungstragenden, ihren Mitarbeitenden sowie Expert:innen aus Wissenschaft und Praxis nach der Sommerpause weiterzuführen. Unser herzlicher Dank gilt allen Beteiligten – insbesondere dem Wellcome Trust für die Unterstützung dieser Dialogreihe.
Foto: CPHP
