Am: 16.07.2025

Kli­ma­an­pas­sung als Gesund­heits­schutz: Ers­tes Web­i­nar der Dia­log­rei­he „Gesund­heit im Kli­ma­wan­del”

Nach dem erfolg­rei­chen Auf­takt unse­rer par­la­men­ta­ri­schen Dia­log­rei­he „Gesund­heit im Kli­ma­wan­del“ im Bun­des­tag fand am 16. Juli die digi­ta­le Fort­set­zung statt. Dies­mal lag der Schwer­punkt auf poli­ti­schen Maß­nah­men zur Kli­ma­an­pas­sung und ihren Gesund­heits­ge­win­nen.

Das digi­ta­le Fach­ge­spräch rich­te­te sich gezielt an Mit­ar­bei­ten­de von Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten, um im direk­ten Aus­tausch pra­xis­na­hes Wis­sen zu den aktu­el­len Initia­ti­ven des Bun­des im Bereich der Kli­ma­an­pas­sung zu ver­mit­teln. Auch die­se Ver­an­stal­tung stand unter der Schirm­herr­schaft von Dr. Fran­zis­ka Kers­ten (SPD-Frak­ti­on) sowie Sascha van Beek (CDU/CSU)-Fraktion.

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Sil­ke Jung (Lei­te­rin der Arbeits­grup­pe „Grund­satz­an­ge­le­gen­hei­ten, Stra­te­gie und Recht der Anpas­sung an den Kli­ma­wan­del“ im BMUKN) sowie Timm Pau­lus (Lei­ter des Refe­rats „Umwelt­be­zo­ge­ner Gesund­heits­schutz, Kli­ma und Gesund­heit” im BMG) gaben einen kom­pak­ten Über­blick über bestehen­de Geset­zes­in­itia­ti­ven sowie wert­vol­le Ein­bli­cke in aktu­el­le Stra­te­gien und geplan­te Wei­ter­ent­wick­lun­gen.

Dr. Wolf­gang Straff (Lei­ter des Fach­ge­biets „Umwelt­me­di­zin und gesund­heit­li­che Bewer­tung“ am Umwelt­bun­des­amt) for­mu­lier­te deut­lich den poli­ti­schen Hand­lungs­be­darf — ins­be­son­de­re im Hin­blick auf die aktu­el­le Legis­la­tur­pe­ri­ode.

Von der Stra­te­gie zur Umset­zung: Kli­ma­an­pas­sung als Gemein­schafts­auf­ga­be

Die gesund­heit­li­chen Aus­wir­kun­gen des Kli­ma­wan­dels füh­ren bereits jetzt zu einer wach­sen­den Krank­heits­last, stei­gen­den Kos­ten für das Gesund­heits­sys­tem, volks­wirt­schaft­li­chen Ver­lus­ten und zuneh­men­der sozia­ler Ungleich­heit. Mit dem Kli­ma­an­pas­sungs­ge­setz und der Deut­schen Kli­ma­an­pas­sungs­stra­te­gie (DAS) wur­den bereits wich­ti­ge poli­ti­sche Steue­rungs­in­stru­men­te geschaf­fen. Für die wirk­sa­me Umset­zung der DAS braucht es daher aus­rei­chend Res­sour­cen auf Bundes‑, Lan­des- und kom­mu­na­ler Ebe­ne. Die Prü­fung einer mög­li­chen Ver­an­ke­rung von Kli­ma­schutz und Kli­ma­an­pas­sung als Gemein­schafts­auf­ga­be im Grund­ge­setz ist ein wich­ti­ger nächs­ter Schritt.

Ver­net­zung und Koor­di­na­ti­on stär­ken

Alle föde­ra­len Ebe­nen sowie Akteur:innen aus Wis­sen­schaft, Gesund­heits­we­sen, Zivil­ge­sell­schaft und Wirt­schaft sind gefor­dert, Kli­ma­an­pas­sung sys­te­ma­tisch und nach­hal­tig vor­an­zu­trei­ben. Kli­ma­re­si­li­enz soll­te dabei vor­aus­schau­end und sek­tor­über­grei­fend in Pla­nungs- und Umset­zungs­pro­zes­sen – etwa in der Gesund­heits­ver­sor­gung, Mobi­li­tät oder Digi­ta­li­sie­rung – mit­ge­dacht wer­den.

Fort­schritt mess­bar machen

Der Erfolg von Kli­ma­an­pas­sungs­maß­nah­men muss mess­bar sein. Das Kli­ma­an­pas­sungs­ge­setz und die Deut­schen Kli­ma­an­pas­sungs­stra­te­gie defi­nie­ren res­sort­spe­zi­fi­sche Maß­nah­men und ers­te Indi­ka­to­ren zur Eva­lua­ti­on der Ziel­er­rei­chung. Doch gera­de im Bereich der gesund­heits­be­zo­ge­nen Daten­er­he­bung – etwa zur Krank­heits­last oder zur Wir­kung spe­zi­fi­scher Maß­nah­men – besteht wei­te­rer Ent­wick­lungs­be­darf.

Gleich­zei­tig gilt: Kli­ma­an­pas­sung ist kein Ersatz für kon­se­quen­ten Kli­ma­schutz. Je stär­ker der Kli­ma­wan­del fort­schrei­tet, des­to auf­wen­di­ger, teu­rer und schwie­ri­ger wird die Anpas­sung.

Aus­blick

Wir freu­en uns, die­sen wich­ti­gen Dia­log mit poli­ti­schen Ent­schei­dungs­tra­gen­den, ihren Mit­ar­bei­ten­den sowie Expert:innen aus Wis­sen­schaft und Pra­xis nach der Som­mer­pau­se wei­ter­zu­füh­ren. Unser herz­li­cher Dank gilt allen Betei­lig­ten – ins­be­son­de­re dem Well­co­me Trust für die Unter­stüt­zung die­ser Dia­log­rei­he.

Foto: CPHP