Erste Austauschrunde mit internationalen Expert*innen zur Entwicklung von Eckpunkten einer Nachhaltigkeitsstrategie für das deutsche Gesundheitswesen:
Deutschland braucht dringend eine Nachhaltigkeitsstrategie für das Gesundheitswesen. Vor diesem Hintergrund veranstaltete das CPHP gemeinsam mit dem BKK Dachverband am 01. Oktober eine Austauschrunde mit europäischen Expert*innen, um zentrale Ansätze für ein nachhaltiges und klimaneutrales Gesundheitswesen zu diskutieren und voneinander zu lernen.
Von europäischen Nachbarländern lernen

Das deutsche Gesundheitssystem ist einerseits stark von der voranschreitenden Klimakrise betroffen – zum Beispiel durch steigende Krankheitslast infolge von Hitze, Extremwetterereignissen und Luftverschmutzung – und trägt andererseits mit etwa 6 % der nationalen CO₂-Emissionen erheblich dazu bei. Damit steht es vor der dringlichen Aufgabe, ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit stärker in der Versorgung, Prävention, Gesundheitsförderung und Rehabilitation zu verankern.
Vor diesem Hintergrund brachte das CPHP im ersten Workshop des Projektes zur Entwicklung von Eckpunkten einer Nachhaltigkeitsstrategie für das deutsche Gesundheitswesen gemeinsam mit dem BKK Dachverband Expert*innen aus Dänemark, den Niederlanden, England und Österreich zusammen. Der Austausch bot wertvolle Einblicke in Erfolge, Herausforderungen und Lernerfahrungen der jeweiligen Länder.
Trotz der Unterschiedlichkeit der Gesundheitssysteme und Herangehensweisen, kristallisierten sich gemeinsame Erfolgsfaktoren für nachhaltige Gesundheitsstrategien heraus:
- Klare Ziele, Verantwortlichkeiten und Finanzierung sind entscheidend für langfristige Fortschritte.
- Der Aufbau eines starken Governance-Systems ist zentral, um die Umsetzung zu koordinieren und Fortschritte nachvollziehbar zu machen.
- Die stärkere Verknüpfung von Gesundheit, Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Klimaanpassung schaffen wertvolle Synergien und erhöht die Wirksamkeit von Maßnahmen.
- Der Aufbau wirksamer Partner*innenschaften und die Kooperation mit engagierten Akteur*innen aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Privatsektor schafft Dynamik und gemeinsame Verantwortung.
- Bottom-up- und Top-down-Ansätze und deren Kombination haben sich als wirksam erwiesen, um die Nachhaltigkeitsagenda voranzubringen
- Die geschickte Nutzung politischer Gelegenheitsfenster kann transformative Prozesse katalysieren.
Der Workshop markierte damit einen wichtigen ersten Schritt auf dem Weg zur Entwicklung von Eckpunkten einer Nachhaltigkeitsstrategie für das deutsche Gesundheitswesen und verdeutlicht, wie viel Deutschland hierbei von europäischen Nachbarländern lernen kann
Wir danken den Expert*innen für die wertvollen Einblicke und Erfahrungen und freuen uns auf die nächsten Austauschformate im Rahmen des Projektes.
Foto: CPHP
