Gesundheit und Klima auf der globalen Agenda: Handlungsoptionen für die deutsche Politik
Unter diesem Titel fand am 15. Oktober unser parlamentarischer Abend im Rahmen der Dialogreihe „Gesundheit im Klimawandel“ im Deutschen Bundestag statt. Die Veranstaltung knüpfte an den zuvor in Berlin stattfindenden World Health Summit an und stand erneut unter der Schirmherrschaft von Dr. Franziska Kersten (SPD-Bundestagsfraktion) und Sascha van Beek (CDU/CSU-Bundestagsfraktion). Wir danken beiden herzlich für die kontinuierliche Unterstützung und ihr Engagement für diese wichtige Schnittstelle.

Globale Verantwortung und nationale Handlungsspielräume
Die Fachbeiträge von Paul Zubeil (Bundesministerium für Gesundheit), Oliver Schmoll (World Health Organization, Europäisches Zentrum für Umwelt und Gesundheit), Birte Frerick (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) und Lisa Jörke (Klima-Allianz Deutschland) machten deutlich: Deutschland spielt eine zentrale Rolle in der globalen Gesundheitspolitik. Gleichzeitig kommt dem Land eine besondere Verantwortung zu, die Schnittstelle zwischen Gesundheits- und Klimapolitik auf internationaler Ebene weiter zu stärken – insbesondere in multilateralen Gremien wie G7, G20, den Weltklimakonferenzen (COPs) oder im Rahmen der WHO-Initiativen.
Internationale Prozesse eröffnen neue Möglichkeitsfenster
Zahlreiche laufende und anstehende internationale Prozesse – von den Nationally Determined Contributions (NDCs) über das Global Goal on Adaptation und den Belém Health Action Plan im Vorfeld der COP30 bis hin zum WHO Global Action Plan on Climate Change and Health und der Paneuropäischen Kommission Klima und Gesundheit (PECCH) – zeigen:
Gesundheit und Klima sind zunehmend gemeinsam auf der globalen Agenda verankert. Auch das jüngste Gutachten des International Court of Justice (ICJ) zu den Pflichten von Staaten im Umgang mit dem Klimawandel verdeutlicht die wachsende Bedeutung verbindlicher Maßnahmen für Klimaschutz und Klimaanpassung.
Vernetzung als Schlüssel für eine wirksame Umsetzung
Ein zentrales Ergebnis der Diskussion: Vernetzung ist entscheidend. Nur durch enge Zusammenarbeit zwischen Ministerien, Ausschüssen, europäischen Partnerstaaten sowie mit Wissenschaft und Zivilgesellschaft lassen sich bestehende Strategien effektiv umsetzen.
Auf dem Papier wurde bereits viel erreicht – jetzt gilt es, in die konkrete Umsetzung zu kommen.
Gesundheit und Klimaschutz zusammendenken — national wie global
Klimaschutz ist Gesundheitsschutz. Investitionen in Klimaschutzmaßnahmen zahlen sich mehrfach aus — durch bessere Gesundheit, geringere Gesundheitskosten, saubere und lebenswertere Städte sowie durch die Verringerung geopolitischer Abhängigkeiten von fossilen Energieträgern.
Ein konsequenter Ausstieg aus fossilen Brennstoffen bedeutet nicht nur ökologischen, sondern auch gesundheitlichen und wirtschaftlichen Gewinn.

Unser Fazit: Damit Deutschland seiner Verantwortung gerecht wird, braucht es in dieser Legislaturperiode entschlossene politische Schritte, eine klare und ehrliche Kommunikation der Vorteile von Klimaschutzmaßnahmen und Kontinuität in der multilateralen Zusammenarbeit auf Augenhöhe.
Wir freuen uns darauf, diesen wichtigen Dialog fortzusetzen und gemeinsam konkrete Handlungsoptionen für eine gesunde und klimafreundliche Zukunft zu entwickeln.
Ein besonderer Dank gilt allen Teilnehmenden aus Parlament, Ministerien, Behörden, Wissenschaft und Zivilgesellschaft sowie dem Wellcome Trust für die Projektförderung.

Fotos: CPHP
