Zum Auftakt der neuen Legislaturperiode lud das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) unter Leitung des neuen Bundesumweltministers Carsten Schneider zum Verbändetreffen nach Berlin. KLUG hat diese Einladung gerne angenommen und war mit CPHP-Leiterin Dorothea Baltruks vertreten.
Ziel der Veranstaltung war der offene Austausch mit Umwelt‑, Klima- und Naturschutzverbänden über die zentralen Handlungsfelder in der neuen Legislatur – ein deutliches Zeichen der Wertschätzung für das Engagement zahlreicher Organisationen und Ehrenamtlicher, die sich für eine gerechte und nachhaltige Umwelt- und Klimapolitik einsetzen.

Gemeinsam mit den Staatssekretär:innen Rita Schwarzelühr-Sutter und Jochen Flasbarth wurden zentrale klima- und umweltpolitische Herausforderungen diskutiert und Prioritäten für die Amtszeit der neuen Bundesregierung formuliert:
Naturschutz und Biodiversität im Fokus
Die Diskussionen machten deutlich, dass Naturschutz – sowohl auf nationaler Ebene als auch im europäischen Kontext – weiterhin hohe politische Aufmerksamkeit benötigt. In Deutschland betrifft dies etwa umstrittene neue Gasprojekte in der Nordsee. Auf EU-Ebene geht es unter anderem um die Finanzierung von Natur- und Biodiversitätsschutz im neuen mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) sowie um die Umsetzung des EU-Renaturierungsgesetzes zur Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme.
Soziale Gerechtigkeit und internationale Verantwortung
Klimaschutz und Klimaanpassung müssen stärker mit sozialen Fragen verknüpft werden. Themen wie CO₂-Bepreisung (z. B. im Rahmen von ETS II), Investitionen in nachhaltige Infrastrukturen, die Mobilitätswende und Deutschlands Rolle in der internationalen Klimadiplomatie standen dabei im Zentrum. Eine gerechte Transformation wird als Grundvoraussetzung für gesellschaftliche Akzeptanz und politische Wirksamkeit betont.
Nachhaltige Landwirtschaft und Chemikalienschutz
Auch die Transformation der Landwirtschaft wurde thematisiert – mit besonderem Fokus auf eine klimaresiliente und tiergerechte Nutztierhaltung sowie die Bekämpfung des illegalen Wildtierhandels. Hinzu kamen Forderungen nach einem besseren Schutz vor gesundheits- und umweltschädlichen Stoffen, darunter PFAS, Pestizide und Mikroplastik.
Luftqualität und Gesundheitsschutz
Die Umsetzung der neuen EU-Luftqualitätsrichtlinie mit deutlich strengeren Grenzwerten kann entscheidende Impulse für den Gesundheits‑, Umwelt- und Klimaschutz liefern, wie Dorothea Baltruks im Rahmen des Verbändedialogs betont. Eine bessere Luftqualität bedeutet nicht nur konkreten gesundheitlichen Gewinn, sondern bringt auch Synergien mit Lärm- und Klimaschutz mit sich – und entlastet langfristig das Gesundheitswesen und öffentliche Haushalte.
Gesundheit als Hebel für gesellschaftliche Akzeptanz
Im Rahmen des Austauschs konnte KLUG auf die weitreichenden gesundheitlichen Auswirkungen der ökologischen Krisen hinweisen – und zugleich auf das große kommunikative Potenzial des Gesundheitsnarrativs. Gesundheit kann als verbindendes Argument dienen, um die Akzeptanz für ambitionierte Umwelt- und Klimapolitik in der Bevölkerung zu stärken. Eine gesunde Umwelt ist eine Voraussetzung für eine gesunde Gesellschaft – und wird von einer breiten Mehrheit unterstützt.
KLUG und das CPHP begrüßen den offenen Dialog mit dem Bundesumweltministerium und freuen sich auf die weitere Zusammenarbeit mit den politischen Akteur:innen sowie den vielen engagierten Verbänden und Organisationen in diesem wichtigen Politikfeld.
Foto: BMUKN/Sascha Hilgers
