
Diagnose Verschmutzung: Umweltchemikalien als Gesundheitsproblem – vom Wissen zum Handeln
Die zunehmende Verschmutzung von Umwelt und Ökosystemen mit Chemikalien stellt eine der größten und bislang unterschätztesten Gefahren für die menschliche Gesundheit dar. Die „Eintragung neuartiger Substanzen“ zählt zu den planetaren Belastungsgrenzen, die bereits überschritten sind. Chemikalien finden sich heute nahezu überall – in Luft, Wasser, Böden oder Konsumgütern. Sie tragen nicht nur maßgeblich zum Verlust der biologischen Vielfalt bei, sondern haben bereits heute vielfältige gesundheitliche Folgen.
Der Gesundheitssektor ist dabei in besonderer Weise betroffen: Einerseits trägt er insbesondere durch den Einsatz von Medizinprodukten oder Arzneimitteln selbst erheblich zur Freisetzung problematischer Chemikalien bei, andererseits ist er direkt mit den gesundheitlichen Folgen dieser Belastungen konfrontiert. Dennoch stehen Umweltchemikalien bislang kaum im Fokus von Fort- und Weiterbildungsangeboten für Gesundheitsberufe und auch strukturelle Handlungsoptionen sind wenig bekannt.
Gefördert durch die TARGOBANK Stiftung, setzt das Projekt „Diagnose Verschmutzung: Umweltchemikalien als Gesundheitsproblem – vom Wissen zum Handeln “ daher genau hier an. Ziel ist es, Gesundheitsfachkräfte für die planetaren und gesundheitlichen Auswirkungen von Umweltchemikalien zu sensibilisieren, Wissen über Risiken und Regulierungsansätze zu vermitteln und konkrete Handlungsmöglichkeiten im Gesundheitsbereich aufzuzeigen.
Projektziele
Das Projekt verfolgt das Ziel, Gesundheitsfachkräfte aus unterschiedlichen Berufsgruppen – darunter Ärzt*innen, Pflegekräfte, Therapeut*innen, Apothekenpersonal sowie Nachhaltigkeitsbeauftragte – für die Herausforderungen und die gesundheitlichen Risiken von Umweltchemikalien zu sensibilisieren und sie zu befähigen, im beruflichen Alltag wirksame Maßnahmen umzusetzen.
In drei Veranstaltungen vermittelt das Projekt praxisnahes Handlungswissen – etwa zu besonders problematischen Produkten und Anwendungen im Gesundheitsbereich – sowie zu den Möglichkeiten, problematische Chemikalien zu vermeiden oder ihren Einsatz zu reduzieren.
Ein weiteres Ziel besteht darin, die Teilnehmenden zu befähigen, sich auf struktureller Ebene einzubringen. Sie lernen zentrale Regulierungsinstrumente kennen, bspw. im Bereich der “Ewigkeitschemikalien” (PFAS), und werden motiviert, sich für verbesserte politische Rahmenbedingungen einzusetzen. Das Projekt fördert den Austausch zwischen Gesundheitsfachkräften und Expert*innen aus Umwelt- und Naturschutzverbänden und durch die Vernetzung mit bestehenden ehrenamtlichen Arbeitsgruppen wird Engagement langfristig verstetigt.
Ergänzt werden die Veranstaltungen durch kompakte Fact Sheets sowie einen Policy Brief, die sowohl fachliche Erkenntnisse als auch die regulatorischen Rahmenbedingungen im Umgang mit Chemikalien aufbereiten und das Wissen nachhaltig in den Gesundheitssektor sowie zu politischen Entscheidungstragenden tragen.
Methodik
Das Projekt folgt einem interdisziplinären und partizipativen Bildungsansatz. In den Veranstaltungen vermitteln Expert*innen aus verschiedenen Disziplinen und Arbeitsbereichen fundiertes Wissen zu Umweltchemikalien, ihren (gesundheitlichen) Auswirkungen wie auch zu (politischen) Handlungsoptionen. Ein besonderer Fokus liegt auf guten fachlichen Praktiken und konkreten Beispielen aus der Gesundheitsversorgung, die zeigen, wie Reduktionsstrategien bereits erfolgreich umgesetzt werden.
Die Inhalte werden anschließend gebündelt und anschließend in kompakten Fact Sheets zielgruppengerecht aufbereitet. Im Rahmen des Policy Briefs werden die fachlichen Erkenntnisse verdichtet und in konkrete Handlungsempfehlungen für politische Entscheidungsprozesse überführt.
Handlungsfeld
Weitere Informationen und Materialien
Planetary Health Dialogue: The Health Risks of Pollution: Assessing the Problem
Planetary Health Dialogue: The Health Risks of Pollution — Finding Solutions
Kommentar: Chemiepolitik ist Gesundheitspolitik
Projektlaufzeit
Dezember 2025 — Oktober 2026
Kontakt

Projektkoordination

Projektkoordination
Gefördert durch:




