Aufzeichnung verfügbar! Planetary Health Dialogue: Nachhaltigkeit im Arzneimittelwesen – Wohin steuert die EU?

Nachhaltigkeit im Arzneimittelwesen – Wohin steuert die EU?
In der Mai-Ausgabe unserer Planetary Health Dialogues haben wir uns der Frage gewidmet, wie sich das Arzneimittelwesen nachhaltiger gestalten lässt – mit einem Fokus auf die europäische Ebene. Im Zentrum stand dabei die Vorstellung unseres neuen Policy Briefs „Rahmenbedingungen für ein nachhaltiges Arzneimittelwesen stärken“, der am 11. Mai 2026 erschienen ist.
Etwa 6 % der Treibhausgasemissionen in Deutschland entfallen auf den Gesundheitssektor. Arzneimittel spielen dabei eine zentrale Rolle: Entlang ihres gesamten Lebenszyklus – von Entwicklung und Produktion über Distribution und Anwendung bis hin zur Entsorgung – haben sie erhebliche Klima- und Umweltauswirkungen.
Global gesehen ist die pharmazeutische Industrie für mehr Emissionen verantwortlich als die Automobilindustrie. Hinzu kommen Umwelt- und Gesundheitsrisiken durch Arzneimittelrückstände, insbesondere in Gewässern. Gleichzeitig sind Arzneimittel unverzichtbar für eine hochwertige gesundheitliche Versorgung. Nachhaltigkeit im Arzneimittelwesen bedeutet daher, die Klima- und Umweltschäden wirksam zu minimieren, ohne Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und gerechten Zugang zu gefährden.
Hier setzt unser neuer Policy Brief „Rahmenbedingungen für ein nachhaltiges Arzneimittelwesen stärken“ an. Dieser identifiziert zentrale politische Hebel auf nationaler wie auch europäischer Ebene und zeigt auf, wie Nachhaltigkeit entlang des gesamten Lebenszyklus von Arzneimitteln gestärkt werden kann, ohne die Versorgungsqualität zu beeinträchtigen.
Aktuell bietet die europäische Regulierung – etwa durch das neue Arzneimittelpaket, die EU-Lieferkettenrichtlinie oder den geplanten Critical Medicines Act – wichtige Möglichkeitsfenster, Nachhaltigkeit systematisch im Arzneimittelsektor zu verankern.
Nach einem Grußwort von Jutta Paulus (Mitglied der Fraktion Die Grünen/EFA im Europäischen Parlament) diskutierten wir gemeinsam mit Dr. Kathi Westphal-Settele (Umweltbundesamt) und Ihnen u. a. folgende Fragen:
- Wie lassen sich Umwelt- und Klimaziele mit Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und gerechtem Zugang zu Arzneimitteln in Einklang bringen?
- Wie kann die EU die Transparenz über Umweltrisiken von Arzneimitteln verbessern und Anreize für nachhaltige Produktions- und Lieferketten setzen?
- Wie können EU-Regulierungen dazu beitragen, Umwelt- und Klimakriterien systematisch in Zulassung, Produktion und Beschaffung von Arzneimitteln zu integrieren?
- Welche Rolle spielen Instrumente wie die Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD) oder der geplante Critical Medicines Act für ein nachhaltigeres Arzneimittelwesen?
Moderiert wurde die Veranstaltung von Dorothea Baltruks, Leiterin des CPHP.
“Nachhaltigkeit im Arzneimittelwesen – Wohin steuert die EU? war die 26. Veranstaltung der CPHP-Webinarreihe “Planetary Health Dialogues”, einem monatlichen Austausch mit deutschen und internationalen Wissenschaftler*innen, politischen Entscheidungsträger*innen und Akteur*innen der Zivilgesellschaft, um gemeinsam Ideen für einen Paradigmenwechsel hin zu Gerechtigkeit, Gesundheit und Wohlbefinden innerhalb der planetaren Grenzen zu entwickeln.

