Planetary Health Dialogue: Ist Deutschland bereit für gesündere Luft? Wege zur Umsetzung der neuen EU-Luftqualitätsrichtlinie

Ist Deutschland bereit für gesündere Luft? Wege zur Umsetzung der neuen EU-Luftqualitätsrichtlinie
In der September-Ausgabe der Planetary Health Dialogues blicken wir auf die Umsetzung der neuen EU-Luftqualitätsrichtlinie in Deutschland. Ende 2024 von der EU verabschiedet, legt sie strengere Grenzwerte für Schadstoffe in der Luft fest, die alle Mitgliedstaaten bis 2030 einhalten müssen. Doch was muss konkret passieren, damit Deutschland diese neuen Grenzwerte erfolgreich umsetzt und wir schon in vier Jahren gesündere Luft atmen können? Diese Frage diskutieren wir am 30. September!
Luftverschmutzung ist eine meist unsichtbare Gefahr für unsere Gesundheit. Tausende Menschen leiden in Deutschland an Herz-Kreislauf‑, Atemwegserkrankungen, Demenz und vielen weiteren Krankheiten, die durch Schadstoffe in der Luft entstehen oder verschlechtert werden und die letztlich auch zu vielen vorzeitigen Todesfällen führen. Hinter dem Leid dieser Menschen und ihrer Angehörigen stehen auch wirtschaftliche Einbußen durch Produktivitätsverluste, Arbeitsausfälle, Behandlungskosten, aber auch Ernteeinbußen durch Umweltbelastungen.
Die gute Nachricht: Luftreinhaltepolitik wirkt! Dank konsequenter Maßnahmen in Deutschland und der EU hat sich die Luftqualität deutlich verbessert – vor 30 Jahren führten Smog-Wellen noch zu Fahrverboten und Schulschließungen, und auch vorzeitige Todesfälle sowie Erkrankungen durch Luftverschmutzung sind spürbar zurückgegangen. Das zeigt: Luftreinhaltepolitik ist notwendig, um Gesundheits- und Umweltbelastungen sowie Kosten zu vermeiden. Dennoch bleibt ihr Ausmaß erheblich – genau hier setzt die neue Luftqualitätsrichtlinie an, um die bisherigen Fortschritte konsequent fortzuführen und Gesundheit und Umwelt zu schützen.
Mit unserem vom Clean Air Fund geförderten Projekt unterstützen wir die Umsetzung der neuen Richtlinie in Deutschland mit Fokus auf zwei besonders belastete Regionen: dem Ruhrgebiet und Berlin.
Im Rahmen der Veranstaltung stellen wir die Ergebnisse des Projekts vor und veröffentlichen unseren neuen Policy Brief mit klaren Handlungsempfehlungen für die Politik. Zum Auftakt gibt Katrin Süring (Umweltbundesamt) eine Einführung in die aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen der Luftqualität in Deutschland. Anschließend stellt Frank Dünnebeil die Ergebnisse einer Modellierungsstudie des Instituts für Energie- und Umweltforschung (ifeu) und der IVU Umwelt GmbH vor, die untersucht, mit welchen Maßnahmen Duisburg und Mülheim die neuen Grenzwerte bis 2030 erreichen können.
Gemeinsam mit unseren Gäst*innen Prof. Dr. Claudia Hornberg (Sachverständigenrat für Umweltfragen), Volker Ochsenfahrt (Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, angefragt), Benjamin Sternkopf (Berliner Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt) und Ihnen möchten wir anschließend u. a. folgende Fragen diskutieren:
- Mit welchen Maßnahmen können die neuen Luftqualitätsstandards schnellstmöglich eingehalten werden?
- Wie sollen die neuen Regelungen zum Gesundheitsschutz beitragen?
- Wie gut ist die Luftqualität aktuell in Deutschland – insbesondere in Berlin und im Ruhrgebiet?
- Was müssen Politik und Verwaltung tun, um bestehende Hürden für bessere Luft zu überwinden?
- Welchen Beitrag können Gesundheitsakteur*innen leisten?
Moderiert wird die Veranstaltung von Dorothea Baltruks, Leiterin des CPHP.
Wir freuen uns auf den Austausch mit Ihnen!
„Ist Deutschland bereit für gesündere Luft? Wege zur Umsetzung der neuen EU-Luftqualitätsrichtlinie“ ist die 28. Veranstaltung der CPHP-Webinarreihe “Planetary Health Dialogues”, einem monatlichen Austausch mit deutschen und internationalen Wissenschaftler*innen, politischen Entscheidungsträger*innen und Akteur*innen der Zivilgesellschaft, um gemeinsam Ideen für einen Paradigmenwechsel hin zu Gerechtigkeit, Gesundheit und Wohlbefinden innerhalb der planetaren Grenzen zu entwickeln.

