Brei­te Alli­anz for­dert Nach­hal­tig­keits­stra­te­gie für das Gesund­heits­we­sen

Brei­te Alli­anz for­dert Nach­hal­tig­keits­stra­te­gie für das Gesund­heits­we­sen

BKK Dach­ver­band, Bun­des­ärz­te­kam­mer, BPI und CPHP stel­len gemein­sa­mes Eck­punk­te­pa­pier vor

Ber­lin, 03.06.2026 – Der BKK Dach­ver­band, die Bun­des­ärz­te­kam­mer (BÄK), der Bun­des­ver­band der Phar­ma­zeu­ti­schen Indus­trie (BPI) und das Cent­re for Pla­ne­ta­ry Health Poli­cy (CPHP) haben heu­te ihre For­de­run­gen für eine ver­bind­li­che Nach­hal­tig­keits­stra­te­gie im deut­schen Gesund­heits­we­sen vor­ge­stellt. Die Initia­ti­ve wird inzwi­schen von 33 Orga­ni­sa­tio­nen aus der nach­hal­ti­gen Wirt­schaft und Indus­trie, dem Kran­ken­kas­sen­be­reich sowie der For­schung und Wis­sen­schaft unter­stützt.

Mehrere Personen sitzen an einem U-förmigen Konferenztisch in einem hellen Raum mit großen Fenstern, im Hintergrund Banner mit den Logos von CPHP und BKK sowie ein Bildschirm mit dem Schriftzug 'BKK Dachverband'

Mit dem Papier sen­den die Orga­ni­sa­tio­nen ein deut­li­ches Signal an die Poli­tik: Nach­hal­tig­keit muss in den anste­hen­den Struk­tur­re­for­men ver­bind­lich ver­an­kert wer­den, damit das deut­sche Gesund­heits­we­sen lang­fris­tig finan­zier­bar bleibt und den inter­na­tio­na­len Anschluss nicht ver­liert. Die Eck­punk­te wer­den in Kür­ze dem Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Gesund­heit sowie den Mit­glie­dern des Deut­schen Bun­des­tags über­ge­ben.

Anne-Kath­rin Klemm, Vor­stän­din des BKK Dach­ver­ban­des:
„Nach­hal­tig­keit ist kein Add-on, um das wir uns erst küm­mern kön­nen, wenn ande­re Pro­ble­me im Gesund­heits­we­sen und in der GKV gelöst sind. Inzwi­schen ist sie die Grund­vor­aus­set­zung und einer der größ­ten Hebel für die lang­fris­ti­ge Ver­sor­gungs­si­cher­heit, die Ver­sor­gungs­qua­li­tät und die Finan­zier­bar­keit unse­res Gesund­heits­sys­tems. Und sie ist ein wich­ti­ger Stand­ort­fak­tor für Deutsch­land. Kurz­fris­ti­ge Kos­ten­dämp­fung allein wird die struk­tu­rel­len Pro­ble­me des Gesund­heits­we­sens nicht lösen. Lang­fris­ti­ge Sta­bi­li­tät kann nur erreicht wer­den, wenn die Art und Orga­ni­sa­ti­on der Ver­sor­gung auch res­sour­cen­scho­nend wei­ter­ent­wi­ckelt wer­den.“

Das Eck­punk­te­pa­pier beschreibt Hand­lungs­be­dar­fe in neun Kern­be­rei­chen: von Gover­nan­ce, Prä­ven­ti­on und Ver­sor­gungs­pla­nung über ambu­lan­te, pfle­ge­ri­sche und sta­tio­nä­re Ver­sor­gung bis hin zu Arz­nei­mit­teln, Medi­zin­pro­duk­ten, Abfall­re­duk­ti­on, Trans­port und Digi­ta­li­sie­rung. Die Initia­to­ren for­dern, die­se Eck­punk­te unter Feder­füh­rung des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Gesund­heit zu einer ver­bind­li­chen Stra­te­gie wei­ter­zu­ent­wi­ckeln. Ganz wich­tig: Dabei geht es nicht um weni­ger Ver­sor­gung, son­dern um bes­se­re: wirk­sam, prä­ven­tiv, res­sour­cen­scho­nend und am tat­säch­li­chen Bedarf der Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten ori­en­tiert.

Vier Personen in formeller Kleidung stehen vor einer grünen Wand und halten jeweils einen Bericht mit blauem Cover

Dr. Klaus Rein­hardt, Prä­si­dent der Bun­des­ärz­te­kam­mer:
„Nach­hal­tig­keit ist für Ärz­tin­nen und Ärz­te kei­ne abs­trak­te Kli­ma­fra­ge, son­dern eine Fra­ge der Ver­sor­gungs­qua­li­tät. Gute Medi­zin bedeu­tet auch, Res­sour­cen ver­ant­wor­tungs­voll ein­zu­set­zen und Prä­ven­ti­on zu stär­ken. Die nach­hal­tigs­te Behand­lung ist oft die, die durch gute Prä­ven­ti­on gar nicht erst not­wen­dig wird.“

Auch Arz­nei­mit­tel, Medi­zin­pro­duk­te und Lie­fer­ket­ten rücken zuneh­mend in den Fokus. Sie zäh­len zu den rele­van­ten Emis­si­ons- und Res­sour­cen­trei­bern im Sys­tem. Damit Nach­hal­tig­keit sys­te­ma­tisch berück­sich­tigt wer­den kann, for­dert das Bünd­nis ver­gleich­ba­re Stan­dards, Pla­nungs­si­cher­heit und einen kla­ren poli­ti­schen Rah­men.

Dr. Kai Joa­chim­sen, Haupt­ge­schäfts­füh­rer des Bun­des­ver­ban­des der Phar­ma­zeu­ti­schen Indus­trie:
„Wir haben ein gemein­sa­mes Ziel und sind froh über die Koope­ra­ti­on und den Dia­log. Wir brau­chen ver­läss­li­che Rah­men­be­din­gun­gen, die Ver­sor­gungs­si­cher­heit und Nach­hal­tig­keit glei­cher­ma­ßen ermög­li­chen, belast­ba­re Daten, ver­gleich­ba­re Stan­dards und – wie in der EU geplant — geziel­te För­de­rung, um wie­der mehr in Euro­pa zu ent­wi­ckeln und zu pro­du­zie­ren.“

Die poli­ti­sche Signal­wir­kung des Bünd­nis­ses ist beson­ders stark: Bei vie­len gesund­heits­po­li­ti­schen Fra­gen ver­tre­ten die betei­lig­ten Akteu­re unter­schied­li­che Posi­tio­nen. Umso bemer­kens­wer­ter ist es, dass sie beim The­ma Nach­hal­tig­keit gemein­sam Hand­lungs­be­darf for­mu­lie­ren. Inter­na­tio­na­le Erfah­run­gen aus Eng­land, den Nie­der­lan­den, Däne­mark und Öster­reich zei­gen zudem, dass ver­bind­li­che Stra­te­gien und Ziel­sys­te­me im Gesund­heits­we­sen mög­lich und wirk­sam sind.

Doro­thea Baltruks, Lei­te­rin des Cent­re for Pla­ne­ta­ry Health Poli­cy
„Es gibt bereits vie­le Initia­ti­ven und Akti­vi­tä­ten für Nach­hal­tig­keits­be­stre­bun­gen im Gesund­heits­we­sen. Doch die­se blei­ben Ein­zel­bei­spie­le, die oft von indi­vi­du­el­len Bemü­hun­gen abhän­gig sind, solan­ge es an einer Gesamt­stra­te­gie fehlt. Unse­re Nach­bar­län­der zei­gen: Es braucht eine gemein­sa­me Ziel­set­zung, koor­di­nier­tes Vor­ge­hen und poli­ti­sche Unter­stüt­zung – den Anstoß dafür lie­fern wir mit die­sem Eck­punk­te­pa­pier.“

Das Eck­punk­te­pa­pier ist kein fer­ti­ger Maß­nah­men­plan, son­dern ein stra­te­gi­scher Rah­men – und ein Ange­bot an die Poli­tik, Nach­hal­tig­keit als Grund­be­din­gung für ein zukunfts­fä­hi­ges Gesund­heits­sys­tem zu ver­an­kern.

Das Eck­punk­te­pa­pier kön­nen Sie hier her­un­ter­la­den.